Angesichts der leistungsstärker werdenden Informations- und Kommunikationstechnologie, der zunehmenden Globalisierung der Märkte und des grundlegenden Strukturwandels von der Dienstleistungsgesellschaft hin zur Informationsgesellschaft werden Unternehmen mit einer sich verschärfenden Wettbewerbssituation konfrontiert, die das Agieren von Unternehmen am Markt verändert. Vor diesem Hintergrund erlangt das virtuelle Unternehmen als eine Organisationsform, die sich durch flexible, modulare Strukturen auszeichnet und eine bedarfsgesteuerte, projektbezogene Verknüpfung von Ressourcen erlaubt, eine zunehmende Bedeutung.
Diese Arbeit widmet sich der Frage, ob das aktuelle Arbeitsrecht noch einen ausreichenden Schutzrahmen für die immer bedeutungsvoller werdende Leistungserstellung im Rahmen eines virtuellen Unternehmens bieten kann. Durch die Anwendung des Individual- und Kollektivarbeitsrechts auf die zugrunde liegenden Beschäftigungsverhältnisse der für ein virtuelles Unternehmen tätigen Personen werden die arbeitsrechtliche Situation in einem virtuellen Unternehmen untersucht und für identifizierte Problembereiche Lösungsansätze entwickelt. In Anlehnung an den aus der Hafenindustrie bekannten Gesamthafenbetrieb wird die Schaffung eines fiktiven Arbeitsgebers vorgeschlagen, durch die die temporäre Existenz des virtuellen Unternehmens als schwerwiegendste Ursache rechtlicher Problembereiche sowohl im individual- als auch im betriebsverfassungsrechtlichen Bereich überwunden werden kann.

Dirk Aalderks
Virtuelle Unternehmen im arbeitsrechtlichen Kontext. Arbeitsrechtliche Probleme einer zeitlich befristeten Kooperation in einem virtuellen Unternehmen
ISBN 10: 3-86573-195-3
ISBN 13: 978-3-86573-195-1
287 S. 36 EUR. 2006 (Diss.)

Schriften zur Rechtswissenschaft
Bd. 70

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