Nach Ende des Bürgerkrieges verhängte Franco nicht nur ein Betätigungsverbot für alle anderen Parteien der Spanischen Republik, sondern bestimmte nach faschistischem Vorbild seit 1942 mit Hilfe des Korporatismus aus Syndikaten, Kommunen, Handelskammern und Akademikern, wer Abgeordneter in seinem Parlament werden durfte. Nach der Einsetzung seiner loyalen Gefolgsleute im Parlament verfügte Franco die Aufhebung der Bürgerrechte und setzte eine strenge Pressezensur durch. Während dieser Gleichschaltung zeigte das faschistische Regime seinen Hass auf Andersdenkende wie Demokraten, Sozialisten und Separatisten. Aufgegeben wurden hingegen die vormals antikapitalistischen Ziele der Falange, auch weigerte sich Franco, auf Seiten der Achsenmächte gegen die UdSSR vorzugehen. Vielmehr suchte Franco die Nähe zur USA, um die Wirtschaft des Landes zu modernisieren. Aus Spanien wurde in Zeiten des Kalten Krieges ein verlässlicher Bündnispartner des kapitalistischen Westens, so kam es zu einer wirtschaftlichen Öffnung des Marktes, obwohl die faschistische Diktatur die Demokratisierung durch Inhaftierung und Folter der Oppositionellen unterdrückte. In einem wechselvollen Jahrhundert, als sich die Weltpolitik zu seinen Ungunsten veränderte, regierte der Caudillo beinahe vier Jahrzehnte und beherrschte sein Land wie kein anderer Diktator. In der Nachkriegszeit scheiterte Franco daran, die Liberalisierung der Wirtschaft aufzuhalten, denn die Autarkie Spaniens war nicht machbar. Franco hatte aus den Fehlern der Könige und der Republik gelernt, jedoch konnte der General nicht über seinen Tod hinweg das parlamentarische Regierungssystem, das seine Junta ersetzen sollte, verhindern.

Kubilay Yado Arin
Francos 'Neuer Staat'. Von der faschistischen Diktatur zur parlamentarischen Monarchie
ISBN 978-3-86573-682-6
112 S. 16,80 EUR. 2012

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