Vorliegende Abhandlung hinterfragt in ihrer zentralen Fragestellung die These, nach der frühe, vorwiegend im achten und neunten Jahrhundert n. Chr. entwickelte Konzepte des sunnitischen Außenvertragsrechts die Entstehung und Entwicklung des Völkerrechts ursächlich beeinflusst haben sollen. Betrachtet wird dabei zunächst die historische Entwicklung der interkollektivgewaltlichen Vertragsrechtsbeziehungen des Islam bis zur Adaption des "europäischen Völkerrechts" durch die arabischen bzw. muslimischen Staaten. Sodann werden der Entstehungs- und Ausformungsprozess, die Rechtsnatur, die Rechtsquellenlehre und der Rechtsschaffungsprozess des sunnitischen Außenvertragsrechts eingehend untersucht. Der Hauptteil der Arbeit analysiert die einzelnen, im Hinblick auf die Fragestellung der Arbeit elementaren Bestandteile der Lehren der Außenvertragsrechtstheorie der vier sunnitischen Rechtsschulen. Weiterhin wird auch hinterfragt, ob die frühen außenvertragsrechtlichen Konzepte der vier sunnitischen Rechtsschulen tatsächlich schlicht den Willen des Religionsstifters widerspiegeln.

Ulf Bathke
Sunnitische Außenvertragsrechtstheorie im Lichte der Völkerrechtsgeschichte
ISBN 978-3-86573-437-2
156 S. 22,00 EUR. 2009 (Diss.)

Schriften zur Rechtswissenschaft
Bd. 115

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