"Medienrecht" ist ein Begriff, der sich seit Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts vermehrt in der rechtswissenschaftlichen Literatur und jüngst auch in juristischen Studienordnungen findet. Was "Medienrecht" eigentlich sein soll, wird jedoch nur selten diskutiert, Einordnung und Ausprägung des Medienrechts sind häufig unklar. Gleichzeitig werden medienbezogene Rechtsprobleme immer zahlreicher und der Bedarf an medienrechtlich ausgebildeten Juristen wächst.
Die vorliegende Arbeit bestimmt den dogmatisch-methodischen Standort des Medienrechts als Rechtsdisziplin und entwickelt, darauf aufbauend, ein umfassendes, curriculares Gerüst zur Vermittlung medienrechtlicher Inhalte in der universitären Lehre. Der Verfasser greift dabei Ideen der US-amerikanischen Juristenausbildung auf und entwirft somit ein beispielhaftes Konzept für eine medienrechtliche Ausbildung.

Nils Behling
Medienrecht in der juristischen Ausbildung. Dogmatik, Methodik und Curriculum
ISBN 10: 3-936846-95-2
ISBN 13: 978-3-936846-95-9
182 S. 22 EUR. 2004 (Diss.)

Schriften zur Rechtswissenschaft
Bd. 31


Abkürzungsverzeichnis . . . . . XV

1. Teil: Einführung . . . . . 1

A. Vorstellung des Themas
I. Didaktische Dimensionen der Rechtswissenschaft
II. Der Ansatz der Arbeit
B. Inhalt und Aufgaben des Medienrechtscurriculums
I. Zur Situation der Juristenausbildung
1. Kritik an der Juristenausbildung
2. Notwendigkeit der Veränderung
II. Curriculumforschung und Didaktik
III. Sequenzen der Curriculumentwicklung
IV. Die praktische Umsetzung der Ergebnisse

2. Teil: Definition des curriculumspezifischen Problems . . . . . 8
A. Der Begriff der Medien
I. Das juristische Verständnis der Medien
1. Die Presse
2. Der Rundfunk
3. Film und Video
4. Die Neuen Medien
II. Ergebnis
B. Die gesellschaftliche Dimension der Medien
I. Der Wandel der Medienlandschaft
1. Digitalisierung
2. Veränderung der Mediennutzung
3. Multimedialität
4. Volkswirtschaftliche Aspekte
II. Konsequenzen für die Rechtswissenschaft
C. Juristische Disziplinbildung und Medienrecht
I. Methodische Überlegungen zur juristischen Disziplinbildung
1. Dogmatische Regeln zur Begründung von Rechtsgebieten
2. Die Ansätze von Lask und Larenz
II. Medienrecht als Sammelbegriff
1. Grundlagen des Sammelbegriffs
2. Begründung des Sammelbegriffs
III. Kritik am reinen Sammelbegriff
IV. Medienrecht de lege lata und de lege ferenda
1. Medienrecht als Recht der audiovisuellen Wahrnehmbarkeit
2. Medienrecht als Informationsrecht
3. Medienrecht als Äußerungsrecht
4. Medienrecht als Recht der Massenmedien
5. Ergebnis

3. Teil: Didaktische und curriculumtheoretische Grundlagen . . . . . 32
A. Curriculum vs. Lehrplan
I. Definition der Didaktik
1. Bestimmung eines Didaktikbegriffs
2. Übertragbarkeit auf den Hochschulunterricht
II. Der Lehrplan
1. Charakteristika eines Lehrplans
2. Entstehungsgeschichte von Lehrplänen
3. Kritik am Lehrplan
III. Das Curriculum als Reformmodell
1. Curriculumrevision
2. Determinanten der Revision
3. Definition des Curriculums
B. Das Modell der Lernzielorientierung
I. Einführung und Definition
1. Lernziele als Verhaltensbeschreibung
2. Prozeß der Lernzielbeschreibung
3. Faktoren der Lernzielbeschreibung
4. Schlußfolgerungen
5. Ergebnis
II. Detaillierung von Lernzielen
1. Richtziele
2. Grobziele
3. Feinziele
III. Blooms Taxonomie der Lernziele
1. Kognitive Lernziele
2. Affektive Lernziele
3. Psychomotorische Lernziele
IV. Zusammenfassendes Ergebnis: Faktoren der Lernzielorientierung
C. Die Bestimmung der Lerninhalte
I. Das Legitimationsproblem
1. Parlamentarische Legitimation
2. Basislegitimation
3. Legitimation durch Offenlegen des Verfahrens
4. Wissenschaftliche Legitimation
II. Eigener Vorschlag zur Lösung des Legitimationsproblems
1. Tätigkeitsfeldanalyse
2. Umsetzungsanalyse
III. Zwischenergebnis: Intentionen des Curriculums
IV. Entwicklung der Lerninhalte
1. Lerninhalt Medientheorie
2. Lerninhalt Verfassungsrecht
3. Lerninhalt Presserecht
4. Lerninhalt Rundfunk- und Telekommunikationsrecht
5. Lerninhalt Recht der Neuen Medien
6. Lerninhalt Sonderfragen
7. Zwischenergebnis
D. Die Bestimmung der Richtziele
I. Richtziel Medientheorie
II. Richtziel Verfassungsrecht
III. Richtziel Presserecht
IV. Richtziel Rundfunk und Telekommunikationsrecht
V. Richtziel Neue Medien
VI. Richtziel Sonderfragen
E. Die Bestimmung der Grobziele
I. Funktion der Grobziele
II. Die medienrechtlichen Grobziele
1. Formulierung von Grobzielen
2. Grobziele für die Richtziele Medientheorie
3. Grobziele für die Richtziele Verfassungsrecht
4. Grobziele für die Richtziele Presserecht / Journalismus
5. Grobziele Rundfunk- und Telekommunikationsrecht
6. Grobziele für die Richtziele Recht der Neuen Medien
7. Grobziele für die Richtziele Sonderfragen

4. Teil: Lehrmethodik . . . . . 90
A. Notwendigkeit methodischer Überlegungen
I. Das Primat der Didaktik
II. Methodik als Curriculumbestandteil
B. Kritik der bestehenden Veranstaltungsformen
I. Die Vorlesung
1. Gestaltung der Vorlesung
2. Bewertung der Vorlesung
3. Ablehnung der Vorlesung als geeignete Veranstaltungsform
II. Die Übung
1. Gestaltung der Übung
2. Vorteile der Übung
3. Ablehnung der Übung
III. Das Seminar
1. Gestaltung des Seminars
2. Ablehnung des Seminars
C. Alternative Formen der Veranstaltungsgestaltung
I. Faktoren einer erfolgreichen Veranstaltungsgestaltung
II. Die Veranstaltungsgröße
1. Bedeutung der Veranstaltungsgröße
2. Schlußfolgerungen für das Curriculum
III. Dauer und Häufigkeit der Veranstaltung
IV. Die Sokratische Methode
1. Gegenstand der Sokratischen Methode
2. Die Theorie der Sokratischen Methode
V. Die Sokratische Methode in der deutschen Juristenausbildung
1. Übertragbarkeit der Methode
2. Grundlagen des amerikanischen Rechtssystems
3. Gemeinsamkeiten
VI. Die Seminaristische Übung als Veranstaltungsform sui generis
1. Nachteile der Sokratischen Methode
2. Entwicklung der 'Problem Method'

5. Teil: Evaluation des Curriculums . . . . . 112
A. Notwendigkeit der Evaluation
I. Bedeutung der Evaluation
II. Entwicklung eines Evaluationsverfahrens
1. Leistungskontrollen
2. Grobziele als Testgegenstände
III. Grundlagen der Testgestaltung
1. Abschlußprüfung vs. studienbegleitende Prüfung
2. Mündliche Prüfung vs. schriftliche Prüfung
IV. Die schriftliche Klausur
1. Gestaltung von Klausuren
2. Vorteile der Klausur
V. Der Multiple Choice Test
1. Vorteile des Multiple Choice Tests
2. Multiple Choice Test vs. Klausur
3. Ergebnis
B. Multiple Choice Fragen für die Rechtswissenschaft

6. Teil: Gesamtergebnis - Das Curriculum im Überblick . . . . . 122
A. Grundlegende Intentionen des Curriculums
B. Medientheorie
I. Der Medienbegriff
II. Primäre Medien, Sekundäre Medien, Tertiäre Medien
III. Gesellschaftliche Entwicklungen, Technische Entwicklungen, Entwicklung von Medieninstitutionen
C. Verfassungsrecht
I. Informationsfreiheit
II. Meinungsfreiheit
III. Pressefreiheit
IV. Rundfunkfreiheit
V. Kunstfreiheit
VI. Filmfreiheit
D. Presserecht
I. Grundlagen
II. Pressefreiheit
III. Haftungsfragen
IV. Presseordnungsrecht
V. Gewerblicher Rechtsschutz
E. Rundfunk- und Telekommunikationsrecht
I. Rundfunkorganisation
II. Recht der Berichterstattung
III. Rundfunkordnung
IV. Rundfunkfinanzrecht
F. Recht der Neuen Medien
I. Technik
II. Digitalisierung
III. Internet
IV. Verbraucherschutz
V. Datenschutz
VI. Wettbewerbsrecht
G. Sonderfragen

7. Teil: Gesetzliche Regelungen . . . . . 137
A. Übersicht über die Bundesländer
I. Baden-Württemberg
II. Bayern
III. Berlin
IV. Brandenburg
V. Bremen
VI. Hamburg
VII. Hessen
VIII. Mecklenburg-Vorpommern
IX. Niedersachsen
X. Nordrhein-Westfalen
XI. Rheinland-Pfalz
XII. Saarland
XIII. Sachsen
XIV. Sachsen-Anhalt
XV. Schleswig-Holstein
XVI. Thüringen
B. Abschließende Bewertung der Situation

Literaturverzeichnis . . . . . 143