Traunstein wurde von den Wittelsbacher Herzögen als Grenzbefestigung gegen das Erzstift Salzburg ausgebaut und um 1300 zur Stadt erhoben. Die Stadt entwickelte sich als Mittelzentrum mit Funktionen eines Oberzentrums. Die wirtschaftliche Struktur der Stadt zeigt kaum Abweichungen von Städten vergleichbarer Größe.
Der ortsansässige Handel konzentrierte sich im Wesentlichen auf die Versorgung der Stadt und ihrer Umgebung. Die Einwohnerzahlen der Stadt waren zwischen 1610 und 1805 leicht steigend und weisen gegen Ende des 18. Jh. Traunstein als viertgrößte Stadt in Altbayern aus.
Die Handwerksordnungen regeln Arbeits- und soziale Beziehungen in den Handwerken (Zünften) und geben Auskunft über die Anforderungen an das Meisterstück, das der Stückmeister anfertigen musste. In einer umfassenden Darstellung wird das Handwerk in Traunstein in seinen Gewerbezweigen beschrieben und seine Betriebsgrößen, Standorte, Löhne und Preise ausgewiesen.
Der Arbeitsmarkt zeigt bei allen Unterschieden zwischen den Berufen, dass das Traunsteiner Handwerk eine weiträumige Zuwanderung der Arbeitskräfte mit Schwerpunkt aus der Region hatte. Die Analyse der Zuwanderung nach Traunstein hat sich in die Ergebnisse der historischen Arbeitsmarktforschung und der historischen Migrationsforschung eingefügt. Bei vielen Handwerken wird erkennbar, dass dem Stadthandwerk ein Landhandwerk gegenüberstand. Am Beispiel der Vater-Sohn-Folge zeigen sich markante Unterschiede zwischen dem Stadt- und Landhandwerk. Die Einordnung der Forschungsergebnisse wird dadurch erschwert, dass sich auch die neue handwerksgeschichtliche Forschung kaum mit kleinen und mittleren Städten beschäftigt hat.

Hans Bleckenwegner
Das Handwerk in Traunstein in der frühen Neuzeit. Ein Beitrag zur Bayerischen Handwerks- und Städteforschung
ISBN 978-3-86573-636-9
606 S. 74,00 EUR. 2011 (Diss.)

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