Während weltweit seit zehn Jahren der kommerzielle Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen erfolgt, reißt in Deutschland die öffentliche Kontroverse über die Grüne Gentechnik nicht ab. Unverändert äußern sich deutsche Verbraucher überwiegend skeptisch gegenüber Lebensmitteln, die aus solchen Pflanzen hergestellt sind. Gleichzeitig wird die Forschung in diesem Gebiet mit öffentlichem Geld gefördert. Ein aktueller Forschungsansatz zielt auf so genannte Health Foods, die aktuell im Ernährungstrend liegen. Mit Hilfe der Gentechnik sollen Pflanzen so modifiziert werden, dass diese einen gesundheitlichen Zusatznutzen besitzen. Seitens der Forscher und der Forschungsförderung wird erwartet, dass diese Art des Gentechnikeinsatzes bei Lebensmittelpflanzen eine positive Resonanz bei Verbrauchern erzeugt. Die vorliegende Studie hinterfragt diese Erwartung und vergleicht die Sichtweisen von Technikentwicklern und potentiellen Techniknutzern bezüglich einer gesunden Ernährung aus gentechnisch veränderten Pflanzen.

Mathias Boysen
Health Foods aus gentechnisch veränderten Pflanzen. Eine neue Generation grüner Gentechnik aus der Sicht von Verbrauchern und Forschern
ISBN 978-3-86573-243-9
406
S. 46 EUR. 2007 (Diss.)

Inhaltsverzeichnis (PDF)

0. HINTERGRUND ..... 13

1. EINLEITUNG ..... 17

1.1 Problemstellung, Leitfragen und Hypothesen
1.1.1 Problemstellung
1.1.2 Leitfragen
1.1.3 Hypothesen
1.2 Allgemeine Ziel- und Aufgabenstellung von Technikfolgenabschätzungen
1.2.1 Analyse
1.2.2 Bewertung
1.2.3 Gestaltung
1.3 Das Fallbeispiel "Napus 2000"
1.3.1 Allgemeine Zielsetzungen des Forschungsnetzwerkes "Napus 2000"
1.3.2 Arbeiten der sozioökonomischen Technikfolgenabschätzung
1.4 Methoden
1.4.1 Quellenrecherche, -auswahl und -analyse: Aufnahme der Debatte um die Gentechnik und funktionelle Lebensmittel
1.4.2 Leitfadengestützte Interviews zur Aufnahme der Sicht der Technikentwickler
1.4.3 Gruppendiskussionen zur Aufnahme der Verbraucheraußensicht
1.4.3.1 Fokusgruppen als Instrument zur Analyse von Verbrauchereinstellungen
1.4.3.2 Design der Fokusgruppen in der Technikfolgenabschätzung

2. WAHRNEHMUNG UND BEWERTUNG VON FUNKTIONELLEN LEBENSMITTELN AUS GENTECHNISCH VERÄNDERTEN PFLANZEN ..... 61
2.1 Funktionelle Lebensmittel
2.1.1 Definition und Abgrenzung funktioneller Lebensmittel
2.1.2 Gesunde Ernährung
2.1.2.1 Verbraucherverunsicherung bezüglich einer gesunden Ernährung
2.1.2.2 Spezielle Inhaltsstoffe als Konzept gesunder Ernährung
2.1.2.3 Einsatz der Gentechnik zur Herstellung gesunder Lebensmittel
2.1.3 Unterschiedliche Bewertung funktioneller Lebensmittel
2.1.3.1 Gesundheitskosten durch ernährungsabhängige Krankheiten
2.1.3.2 Positive Einschätzungen funktioneller Lebensmittel
2.1.3.3 Kritische Einschätzungen funktioneller Lebensmittel
2.1.3.4 Sozioökonomische Rahmenbedingungen für eine positive Gesundheitswirkung funktioneller Lebensmittel
2.1.4 Akzeptanz funktioneller Lebensmittel
2.1.4.1 Ziel- und Nutzergruppen funktioneller Lebensmittel
2.1.4.2 Akzeptanz und Marktanteil funktioneller Lebensmittel
2.1.4.3 Fördernde Faktoren für funktionelle Lebensmittel und ökonomischer Hintergrund
2.1.4.4 Hemmende Faktoren für funktionelle Lebensmittel
2.1.5 Rechtlicher Rahmen für funktionelle Lebensmittel
2.1.5.1 Zulassung funktioneller Lebensmittel in Japan, den USA und der EU
2.1.5.2 Werberechtliche Bestimmungen in der EU
2.2 Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft und bei Lebensmitteln
2.2.1 Rechtsrahmen in der Europäischen Union
2.2.2 Derzeitiger Stand des Einsatzes der Gentechnik in der Landwirtschaft und bei Lebensmitteln
2.2.2.1 Anbau der Pflanzen der ersten Generation
2.2.2.2 Anwendungen bei Lebensmitteln (Enzyme und Zusatzstoffe)
2.2.3 Öffentliche Bewertung des Gentechnikeinsatzes bei Lebensmitteln
2.2.3.1 Öffentliche Akzeptanz des Gentechnikeinsatzes
2.2.3.2 Wissensdefizit der Öffentlichkeit - Ursache geringer Akzeptanz?
2.2.3.3 Einstellungshintergründe zum Gentechnikeinsatz bei Lebensmitteln
2.2.3.4 Risikowahrnehmung
2.2.3.5 Vertrauen der Öffentlichkeit in die Akteure der Gentechnik
2.2.3.6 Gentechnisch veränderte Lebensmittel mit Verbrauchernutzen
2.2.3.7 Rahmenbedingungen für eine Akzeptanzverbesserung
2.3 Sicht potenzieller Techniknutzer
2.3.1 Wahrnehmung der derzeitigen Lebensmittelherstellung
2.3.1.1 Aussagen zur derzeitigen Lebensmittelherstellung in den Verbraucherfokusgruppen
2.3.1.2 Negative Erzählmotive
2.3.1.3 Positive Erzählmotive
2.3.2 Wahrnehmung derzeitiger funktioneller Lebensmittel
2.3.2.1 Verbraucherbeurteilung derzeitiger funktioneller Lebensmittel gegenüber konventionellen Lebensmitteln
2.3.2.2 Aussagen zu derzeitigen funktionellen Lebensmitteln in den Verbraucherfokusgruppen
2.3.3 Wahrnehmung des Gentechnikeinsatzes bei funktionellen Lebensmitteln
2.3.3.1 Assoziationen zum Gentechnikeinsatz bei Pflanzen
2.3.3.2 Aussagen zum Gentechnikmodellprodukt in den Verbraucherfokusgruppen
2.3.3.3 Aussagen zur heutigen Lebensmittelherstellung als Hintergrund der Diskussion über gentechnisch veränderte Lebensmittel
2.3.3.4 Kaufbereitschaft beim Gentechnikmodellprodukt
2.3.3.5 Aufpreisbereitschaft für das Gentechnikmodellprodukt
2.3.4 Diskussion der Hypothesen zur Wahrnehmung und Bewertung funktioneller Lebensmittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen
2.3.4.1 Ablehnungshintergründe
2.3.4.2 Befürwortungshintergründe
2.4 Sicht der Technikentwickler
2.4.1 Projektsicht zur Zielsetzung des Forschungsnetzwerkes
2.4.1.1 Gesellschaftliche, technische, ökonomische, und ökologische Ziele des Forschungsnetzwerkes
2.4.1.2 Operative Projektziele des Forschungsnetzwerkes
2.4.2 Projektsicht zum Stellenwert der öffentlichen Gentechnikakzeptanz für das Forschungsnetzwerk
2.4.2.1 Die Hemmnisse technische Machbarkeit und Akzeptanz
2.4.2.2 Maßnahmen zur Überwindung des Hemmnisses der geringen Gentechnikakzeptanz
2.4.3 Diskussion der Hypothesen zur Zielsetzung des Forschungsnetzwerkes und zum Stellenwert der öffentlichen Gentechnikakzeptanz
2.4.4 Wahrnehmung derzeitiger funktioneller Lebensmittel
2.4.4.1 Beurteilung des Konzepts funktioneller Lebensmittel
2.4.4.2 Beurteilung funktioneller Lebensmittel als Endverbraucherprodukte des Forschungsnetzwerkes
2.4.5 Wahrnehmung des Gentechnikeinsatzes
2.4.5.1 Beurteilung des Gentechnikeinsatzes bei Lebensmitteln
2.4.5.2 Beurteilung der Napus-Endverbraucherprodukte gegenüber konventionellen funktionellen Lebensmitteln
2.4.5.3 Fragegerüst zum Vergleich der Projektsicht mit der Verbrauchersicht
2.5 Vergleich der Sicht potenzieller Techniknutzer mit der Sicht der Technikentwickler
2.5.1 Derzeitige Lebensmittel und derzeitige funktionelle Lebensmittel
2.5.1.1 Beurteilung derzeitiger Lebensmittel
2.5.1.2 Beurteilung derzeitiger funktioneller Lebensmittel gegenüber konventionellen Lebensmitteln
2.5.2 Endverbraucherprodukte des Forschungsnetzwerkes
2.5.2.1 Zielgruppen
2.5.2.2 Gesundheitsnutzen
2.5.2.3 Alternativen
2.5.2.4 Preis
2.5.2.5 Rohstoffquelle
2.5.2.6 Sensorische und technische Vorteile
2.5.3 Diskussion der Hypothese zur wechselseitigen Problembeschreibung beim Thema Gentechnik und Ernährung

3. AKTEURE IM THEMENFELD GENTECHNIK UND GESUNDE ERNÄHRUNG ..... 217
3.1 Akteure aus Sicht der Technikentwickler
3.1.1 Akteure im Fokus der Arbeiten des Forschungsnetzwerkes
3.1.2 Akteure im gesamtgesellschaftlichen Kontext
3.1.2.1 Korporativer staatlicher Akteur
3.1.2.2 Ökonomische Akteure
3.1.2.3 Wissenschaft
3.1.2.4 Verbraucher
3.1.2.5 Weitere Akteure: Pflanzenzüchter, Umwelt- und Verbraucherorganisationen, Landwirte und Landwirtschaftsverbände, Medien, Lebensmittelhandel und Kirchen
3.2 Akteure aus Sicht potenzieller Techniknutzer
3.2.1 Korporativer staatlicher Akteur
3.2.1.1 Vorschriften, Kontrolle und Strafen als Aufgabe des Staates
3.2.1.2 Informationsvermittlung als Aufgabe des Staates
3.2.1.3 Weitere Aufgabe des Staates: Etikettierung, Gegengewicht zur Wirtschaft, Forschungsförderung
3.2.1.4 Kritik am Auftreten des Staates
3.2.2 Nichtstaatliche Akteure
3.2.2.1 Verbraucher und Verbraucherorganisationen
3.2.2.2 Ökonomische Akteure: Lebensmittelhersteller
3.2.2.3 Wissenschaft
3.2.2.4 Umweltorganisationen
3.2.2.5 Weitere Akteure: Eltern, Schulen, Mediziner, Pharmawirtschaft, Landwirte, Kirchen, Ethikkommissionen und Medien
3.3 Vergleich der Sicht von Technikentwicklern und potenziellen Techniknutzern
3.3.1 Vergleich der Akteurbeschreibungen
3.3.2 Diskussion der Hypothese zur wechselseitigen Wahrnehmung der Akteure

4. STAATLICHE STEUERUNG UND GESELLSCHAFTLICHE SELBSTSTEUERUNG ..... 251
4.1 Ansätze staatlicher Steuerung und gesellschaftlicher Selbststeuerung
4.1.1 Vergleich system- und akteurtheoretischer Ansätze
4.1.2 Gestaltungsmöglichkeiten politischer Steuerung
4.2 Beantwortung der Hypothesen über die Steuerungsmöglichkeiten im Themenfeld Gentechnik und Ernährung
4.2.1 Bewertung des Forschungsnetzwerkes
4.2.2 Bewertung der Verbraucherseite

5. ABSCHLUSS ..... 273
5.1 Reflexion des TA-Ansatzes in einem Forschungsnetzwerk
5.2 Zusammenfassung und Ausblick

6. ABKÜRZUNGEN ..... 299

7. LITERATURVERZEICHNIS ..... 301

8. TABELLEN ..... 313

9. ABBILDUNGEN ..... 351

ANHANG I: ÜBERSICHT DER FRAGEN IN DEN EXPERTENINTERVIEWS ..... 375

ANHANG II: DESIGN DER VERBRAUCHERFOKUSGRUPPEN ..... 391

ANHANG III: ÜBERSICHT DER FRAGEN IN DEN VERBRAUCHERFOKUSGRUPPEN ..... 393