Das Deutsche Ausland-Institut (DAI), 1917 gegründet und mit Sitz in Stuttgart, war ein Instrument der auswärtigen Kulturpolitik zur Verbesserung des deutschen Ansehens in der Welt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten gliederte sich das DAI größtenteils freiwillig in die NS-Volkstumspolitik ein.
Am Beispiel der nach Argentinien ausgewanderten Deutschen, die oftmals erst kurze Zeit im Lande waren, zeichnet die Autorin die politische Indoktrination und ideologische Ausrichtung in der "Betreuung der Deutschen" nach und dokumentiert die intensiven Versuche des Instituts, eine Assimilation deutscher Auswanderer in ihrer neuen Heimat zu verhindern, sie gar wieder "heim ins Reich" zu holen.
In Konkurrenz zu Partei- und Reichsstellen, die sich ebenfalls der Auslandsdeutschen annahmen, konnte sich das Deutsche Ausland-Institut bis in den Krieg hinein eine relative Eigenständigkeit bewahren. Schließlich gelang es ihm, Kriegsende und Besatzungszeit zu überstehen und bis heute ein Instrument auswärtiger Kulturpolitik zu bleiben.

Andrea Brüstle
Das Deutsche Ausland-Institut und die Deutschen in Argentinien 1933-1945
ISBN 978-3-86573-314-6
109 S. 14,00 EUR. 2007

Deutsch-Lateinamerikanische
Forschungen (DLF)
Hrsg. von Holger M. Meding
Band 3

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