Im Wettbewerb nationaler Rechtsformen für Kapitalgesellschaften hat der deutsche Gesetzgeber auch bei seiner jüngsten Reform des Gesellschaftsrechts am Erfordernis eines Mindestnennkapitals festgehalten. Vor diesem Hintergrund behandelt die Arbeit das Stammkapital der GmbH als Regelungstechnik des Gesetzes und so insbesondere die Frage, wie Kapital, das in der Insolvenz per Definition verloren ist, Gläubiger schützen kann. Dieses Paradoxon wird mit den Mitteln der Spieltheorie beleuchtet.
Neben einem Überblick über die in der Diskussion vorherrschenden Begründungsansätze für und gegen das Stammkapital bietet die Arbeit so eine Einführung in die Spieltheorie. Dabei werden auch Bezüge zu anderen Methoden der ökonomischen Analyse des Rechts hergestellt und auf Unterschiede zur Unternehmensgesellschaft (haftungsbeschränkt) und zur schwedischen Aktiengesellschaft hingewiesen. Im Rahmen der ökonomischen Analyse wird neben Utilitarismus und Wohlfahrtsökonomik auch die Neue Institutionenökonomik mit Agenturtheorie, Theorie der Verfügungsrechte und die Transaktionskostentheorie behandelt.
Ausgehend von der gesellschaftsrechtlichen Kontroverse geht die Arbeit im letzten Teil der Frage nach, in welchem Maße und unter welchen Voraussetzungen die Spieltheorie als Methode juristischer Wertung angewandt werden kann.

Felix Bunge
Das Telos des Stammkapitals im Lichte der Spieltheorie. Ein Beitrag zur ökonomischen Analyse als Methode juristischer Wertung
ISBN 978-3-86573-601-7
153 S. 22,00 EUR. 2011 (Diss.)

Schriften zur Rechtswissenschaft
Bd. 147

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