Aspirin in Lateinamerika - Die Erfolgsgeschichte des Medikaments beginnt in Lateinamerika zunächst zögerlich. Die weltpolitischen Auseinandersetzungen des Ersten Weltkriegs waren der Grund dafür, dass die US-amerikanische Zweigstelle der Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. als Feindeigentum beschlagnahmt und an einen US-amerikanischen Investor verkauft wurde. Der Käufer, die Sterling Drugs Inc., erwarb zudem Warenzeichenrechte Leverkusens aus Lateinamerika. Dort boten beide Firmen nach dem Ende des Krieges Acetylsalicylsäureprodukte unter denselben Warenzeichen an. Am 28.10.1920 einigte man sich im sogenannten "Latein-Amerika-Aspirin-Vertrag" (LAAV) auf eine gemeinsame Vermarktung von Acetylsalicylsäure unter dem Warenzeichen Aspirin. Anschließend setzte eine wesentliche Expansion des Verkaufs auf dem lateinamerikanischen Pharmamarkt ein, vor allem im Aspirinsegment.
In dieser Arbeit werden die Methoden, mit denen man eine solche Entwicklung erreichen konnte, erläutert. Insbesondere im Bereich der Werbung setzte Bayer in Lateinamerika innovativste Technologien ein und erreichte abgelegene Gebiete. Der Rückgang der Verkaufszahlen in den dreißiger Jahren wird im Hinblick auf eine zunehmende Außenhandelsregulierung und Politisierung der Geschäftstätigkeit beleuchtet.

Tobias Cramer
Die Rückkehr ins Pharmageschäft. Marktstrategien der Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. in Lateinamerika nach dem Ersten Weltkrieg
ISBN 978-3-86573-524-9
109 S. 14,80 EUR. 2010

Deutsch-Lateinamerikanische
Forschungen (DLF)
Hrsg. von Holger M. Meding
Band 7

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