Gibt es Unterschiede in der Verwendung der Verweise auf Rechtsprechung, Präjudizien oder Literatur in den Urteilen des deutschen Bundesverwaltungsgerichts und des englischen Court of Appeal und warum greifen Richter überhaupt auf diese zurück? Diese Fragestellungen sind der Ausgangspunkt für diese rechtsvergleichende, rechtsmethodische Untersuchung. Nach der Klärung, ob die Bezugnahmen als Autoritäten einzuordnen sind und welche Funktion ihnen im juristischen Diskurs und der juristischen Methodenlehre zukommt, wird die auf Aristoteles aufbauende rhetorische Methode der Urteilsanalyse dargestellt. Mit dieser Analysemethode werden jeweils zehn Urteile des BVerwG und des englischen Court of Appeal analysiert. Der Vergleich dieser Analyseergebnisse erlaubt Rückschlüsse auf den Urteilsstil der aus zwei unterschiedlichen Rechtskreisen stammenden Obergerichte, insbesondere auf die tatsächliche Herstellung der Rechtsgewinnung in Urteilen.

Timo Cullmann
Autoritätsargumente in der Rechtsprechung des deutschen Bundesverwaltungsgerichtes und des englischen Court of Appeal
ISBN 978-3-86573-450-1
328 S. 44,00 EUR. 2009 (Diss.)

Schriften zur Rechtswissenschaft
Bd. 119

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