Am 1. September 1948 trat der Parlamentarische Rat in Bonn zusammen, um die Verfassung eines westdeutschen Teilstaates auszuarbeiten. Die feierliche Unterzeichnung des Grundgesetzes, dem Resultat dieser Beratungen, erfolgte bereits am 23. Mai 1949. Während der relativ kurzen Beratungszeit kam es zu teils intensiven Auseinandersetzungen über die zukünftige Gestaltung Deutschlands und zu einer Positionierung Konrad Adenauers, die in ihrer Öffentlichkeitswirkung von der SPD nicht rechtzeitig erkannt wurde. Die Arbeit zeigt die ambivalente Politik der SPD während dieser Grundgesetzberatungen 1948/1949 auf und analysiert sie vor dem Hintergrund der Niederlage bei der ersten Bundestagswahl 1949. Anhand des Umgangs der SPD-Führung mit dem Parlamentarischen Rat, der inhaltlichen Arbeit der Fraktion im Rat sowie formaler Entscheidungen den Rat betreffend, lassen sich grundlegende politische Weichenstellungen aufzeigen. Diese waren, so wird deutlich, wenige Monate später mit ausschlaggebend für die Wahlniederlage der SPD bei der ersten Bundestagswahl.

Nikolas Dörr
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands im Parlamentarischen Rat 1948/1949. Eine Betrachtung der SPD in den Grundgesetzberatungen vor dem Hintergrund der ersten Bundestagswahl 1949
ISBN 978-3-86573-265-1
138 S. 17,90 EUR. 2007

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