Als Synthese aus Macht und Illusion ist das Geheimdienstwesen stets ein Faszinosum. Nachrichtendienstliche Organisationen sind in ihrer Eigenschaft als Instrumente politischer Machtausübung naturgemäß Gegenstand eines besonderen öffentlichen Interesses. Gleichzeitig gilt hinsichtlich ihrer konkreten Aktivitäten, dass "nichts Genaues man eben nicht weiß". Kraft dieser spannungsgeladenen Konstellation taugen Nachrichtendienste gleichermaßen als Projektionsfläche der Ideen staatsskeptischer Verschwörungstheoretiker wie autoritärer Sicherheitsfanatiker. Hierzwischen muss sich eine auf innere und äußere Sicherheit bedachte demokratische Gesellschaft die Abwägungsfrage stellen, wie viel Dienst geheim sein darf, damit auch tatsächlich alle Staatsgewalt noch vom Volke ausgeht. Was nützen uns unsere Nachrichtendienste, welche Risiken sind mit ihnen verbunden und wie können wir diese beherrschbar machen - diese Problemstellungen sind es, die im Vordergrund der Beiträge dieses Sammelbandes stehen.

Nikolas Dörr/Till Zimmermann (Hrsg.)
Die Nachrichtendienste der Bundesrepublik Deutschland.
Beiträge anlässlich einer Tagung von StipendiatInnen der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn vom 23.-27. Januar 2006
ISBN 978-3-86573-307-8
152 S. 19,80 EUR. 2007

Bundesvertretung der Stipendiatinnen und Stipendiaten der Friedrich-Ebert-Stiftung. Seminarreihe Bonner Venusberg
Band 3

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