Die Kommunistische Internationale (Komintern, 1919-1943) war eine der ersten multinationalen Organisationen der Welt, ihre Zentrale in Moskau Treffpunkt von Kommunisten aus unzähligen Ländern der Erde. Die Kominternzentrale in Moskau sollte als Generalstab die Revolution in anderen Ländern - so auch in China - lenken.
Der Einfluss der Komintern auf die politische Situation in China wurde vielfach untersucht. Im Gegensatz dazu rekonstruiert und analysiert die vorliegende Arbeit die zahlreichen chinesischen Missionen nach Moskau und die dortigen „chinesischen Strukturen“, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Ständigen Delegation der Kommunistischen Partei Chinas beim Exekutivkomitee der Komintern (EKKI). Die Autorin untersucht auf der Basis bisher unbearbeiteter Archivalien aus dem Russischen Staatsarchiv für Sozial-Politische Geschichte (RGASPI) die Wortbeiträge der chinesischen Kommunisten auf den Weltkongressen der Komintern, in deren Leitungsgremien und in verschiedenen Kommissionen in Moskau und erschließt dem Leser die Kommunikations- und Herrschaftsstrukturen innerhalb des Moskauer Apparats sowie das Selbstverständnis der chinesischen Kommunisten circa 20 bis 30 Jahre vor Machtantritt ihrer Partei in China.

Karin-Irene Eiermann
Chinesische Komintern-Delegierte in Moskau in den 1920er/1930er Jahren. Kommunikations- und Herrschaftsstrukturen im Zentrum der internationalen kommunistischen Bewegung
ISBN 978-3-86573-425-9
266 S. 35,80 EUR. 2009 (Diss.)

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