Für die Zeitgenossen waren sie geniale Künstler und Verkünder neuer Ideen. Heute kennen nur noch wenige Richard Dehmel, Stanislaw Przybyszewski und Alfred Mombert. Doch warum konnten diese drei außergewöhnlichen Dichter der Jahrhundertwende keine Breitenwirkung entfalten? Die vorliegende Arbeit geht dieser Frage nach und zeigt, dass die Autoren als Sprachvirtuosen, Erneuerer und Wortschöpfer zunächst einen großen Einfluss auf mehrere Generationen junger Künstler ausübten. Der hier teilweise zum ersten Mal veröffentliche Briefverkehr bekundet ihre Seelenverwandtschaft. Auch die Werkanalyse bringt erstaunliche Parallelen zu Tage: Mit ihrer komplexen, symbolreichen Sprache, dem provozierenden Bruch mit der Religion, den erotischen Motiven, ihren frauenfeindlichen Äußerungen und der Vorliebe für Esoterik wenden sich Dehmel, Przybyszewski und Mombert bewusst gegen eine Poetik, die auf einfache Lesbarkeit angelegt oder mit dem Erwartungshorizont der Leser kompatibel ist.

Marek Fialek
Dehmel, Przybyszewski, Mombert. Drei Vergessene der deutschen Literatur. Mit bisher unveröffentlichten Dokumenten aus dem Moskauer Staatsarchiv
ISBN 978-3-86573-448-8
213 S. 24,00 EUR. 2009

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