Im Schuljahr 2006/2007 starteten Lehrkräfte einer berufsbildenden Schule des Landkreises Göttingen ein Coachingprojekt: Sie begannen, ihre eigenen Schüler(innen) systematisch zu coachen - außerhalb des Unterrichts und gemäß exakt jenen Prinzipien, die das seit Jahrzehnten in der "freien" Wirtschaft praktizierte Coaching kennzeichnen. Erfahrungen zur Übertragung eines solchen Coachings auf Schulen hatte es bis dato nicht gegeben. Umso mehr Aufsehen erregten die jetzt beobachteten Effekte. In den Folgejahren verbreitete sich das Coaching rasch: An immer mehr Schulen wurden Lernende von ihren Lehrkräften gecoacht. Eine Evaluierung des Ansatzes auf breiterer Basis stand jedoch aus. Im Schuljahr 2011/2012 ist eine solche dann erstmals erfolgt, im Rahmen eines vom Niedersächsischen Kultusministerium und der Niedersächsischen Landesschulbehörde getragenen Modellversuchs. Letzterem gilt der erste Beitrag.
Der zweite Beitrag thematisiert den Einsatz des gleichen Instruments, des Coachings, in einem anderen schulischen Bereich: dem der Ausbildung von Lehrkräften. Im Bundesland Nordrhein-Westfalen ist das Coaching - ebenfalls in einer der "freien Wirtschaft" entlehnten Form - vor wenigen Jahren in der zweiten Phase der Lehrerausbildung, im Vorbereitungsdienst, eingeführt und institutionalisiert worden. Die Frage, ob auch dieses Beispiel "Schule machen" sollte, ob also auch die Studienreferendarinnen und -referendare anderer Bundesländer gecoacht werden sollten und, wenn ja, wie, wird hier neu gestellt.

Albert Fischer
Coaching in Schule und Lehrerausbildung. Beiträge
ISBN 978-3-86573-955-1
111 S. 19,80 EUR. 2016

Inhaltsverzeichnis (PDF)