Seit geraumer Zeit ist ein gewisses Individualstreben insbesondere in der europäischen und nordamerikanischen Gesellschaft unübersehbar. Diese angestrebte Individualität gilt es nun ständig zu erwerben und gegen den Sog der "grauen Masse" zu verteidigen. Hierbei stellt sich nicht nur die Frage nach dem Grund dieses alltäglichen Bestrebens, sondern vielmehr ist zunächst nach der Urheberschaft dieser vermeintlichen Individualität zu suchen. Oder sollte es am Ende etwa gar keine Individualität sein, nach der "wir" streben, sondern nur ein Schein oder ein Trugbild, das es offensichtlich zu erreichen gilt, wobei es niemals zu erreichen ist? Möglicherweise ist die Gemeinschaft eben nicht aus der Perspektive des Individuums zu betrachten und zu erklären, sondern vice versa das Individuum aus der Perspektive der Gemeinschaft. Die Entwicklung des seit René Descartes als "modern" bezeichneten Subjekts und unser alltäglicher, vor allem aber der wissenschaftliche Umgang damit - beides mündet in Intersubjektivität, Soziale Resonanz und mind-reading.

Andreas G. Franke
Soziale Resonanz. Ihre Grundlagen aus verschiedenen Perspektiven
ISBN 978-3-86573-316-0
281 S. 36,00 EUR. 2007 (Diss.)

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