"Gewalt in der Familie ist nach den bisherigen Erkenntnissen die verbreitetste Form von Gewalt", stellte 1989 die unabhängige Regierungskommission zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewalt fest. Vierzehn Jahre später lautet das Fazit: "Gewalt gegen Frauen und Kinder ist nach wie vor die meist verbreitete Menschenrechtsverletzung unserer Zeit".
Die Autorin legt mit diesem Buch eine theorie- wie praxisorientierte Auseinandersetzung mit der Thematik vor. Gewalt im Privaten ist keine "Privatsache". Ihre Bekämpfung erfordert die klare Ächtung von Gewalt im häuslichen Bereich, ein abgestimmtes, einheitliches Vorgehen durch Schaffung von verbindlichen zivil- und strafrechtlichen Richtlinien sowie umfassende Hilfe für Opfer und Täter.
Vorgestellt werden Projekte und Konzepte aus dem In- und Ausland, die Fortschritte und auch Versäumnisse der mit der Thematik befassten Institutionen illustrieren. Es zeigt sich, dass nur ein Ineinandergreifen aller wichtigen Maßnahmenstränge wirkliche Abhilfe schaffen kann - das Frauen schützt, Gewalt abbaut, Folgen beseitigt und Täter verändert.

Sonya Gabriel
Gewalt in Ehe und Partnerschaft. Strategien und Konzepte in der Arbeit mit betroffenen Frauen
ISBN 10: 3-86573-035-3
ISBN 13: 978-3-86573-035-0
223 S. 24 EUR. 2004


Abkürzungsverzeichnis . . . . . 12

1. Einführung . . . . . 15

2. Theoretischer Background . . . . . 21

2.1 Definition und Begriffsklärung
2.2 Welche Arten von Misshandlung gibt es?
2.3 Wer misshandelt?
2.4 Die verbreitetsten Mythen
2.5 Die Entmystifizierung
2.6 Das erschreckende Ausmaß
2.7 Statistische Daten am Beispiel eines Mannheimer Frauenhauses
2.7.1 Auf welchem Weg kommt eine Frau ins Frauenhaus?
2.7.2 Nach dem Auszug
2.8 Ziele in der Frauenhausarbeit

3. Psychische und materielle Situation der Frauen . . . . . 37
3.1 Psychische und physische Folgen der Misshandlung
3.2 Materielle Situation der Frauen
3.3 Zitate Betroffener
3.4 Und warum verlässt sie ihn nicht einfach?
3.4.1 Das Prinzip Hoffnung
3.4.2 Zukunftsängste
3.4.3 Das liebe Geld
3.4.4 Die Überzeugung: "Niemand hilft mir"
3.4.5 Die Angst vor dem Täter
3.4.6 Der Mann als Täter? - Das kann nicht sein!
3.4.7 Die Schuldgefühle
3.4.8 Das Verantwortungsgefühl für die Kinder
3.4.9 Die Scham
3.4.10 Der Überlebensmechanismus
3.4.11 Die Sozialisation
3.4.12 Der Verlust der Familie
3.4.13 Die Drohung des Ehemannes
3.4.14 Die systematische Isolation
3.4.15 Das Stockholm-Syndrom
3.4.16 Die Versöhnungsphase
3.4.17 Der Aufenthaltsstatus
3.4.18 Die Situation "Frauenhaus"
3.4.19 Mangel an effektiver Hilfestellung
3.4.20 Abschließende Bemerkungen

4. Bedarfsermittlung . . . . . 55
4.1 Befragung im Frauenhaus
4.2 Gesellschaftliche Ursachen von Männergewalt gegen Frauen

5. Strategien . . . . . 59
5.1 Prävention
5.2 Öffentlichkeitsarbeit
5.3 Interventionen
5.3.1 Krisenintervention
5.3.2 Gewährung von Schutz und Unterkunft
5.3.3 Materielle Hilfen
5.3.4 Begleitung
5.3.5 Beratung
5.3.5.1 Beratungsziele
5.3.5.2 Themen in der Beratung
5.3.5.3 Prinzipien und Haltungen in der Beratung misshandelter Frauen
5.3.5.4 Was kann die Beratung bewirken?
5.4 Zivil- und strafrechtliche Möglichkeiten zum Schutz der Frauen
5.4.1 Allgemeine strafrechtliche Paragraphen, die in Fällen häuslicher Gewalt Relevanz besitzen können
5.4.2 Annahme öffentlichen Interesses
5.4.3 Zivilrechtliche Schutzmöglichkeiten
5.4.3.1 Das Wegweisungsgesetz
5.4.3.2 Der "Platzverweis"
5.4.3.3 Das Gewaltschutzgesetz
5.4.3.4 Politisches Handeln, Gesetzgebungskompetenz
5.5 Therapie
5.5.1 Verschiedene Therapieansätze
5.5.1.1 Traumatherapie
5.5.1.2 Bifokale Traumatherapie
5.5.1.3 Expressive Therapie
5.5.2 Die besondere Rolle des Tanzes in der sozialen/therapeutischen Arbeit
5.5.2.1 Einführung
5.5.2.2 Körperarbeit
5.5.2.3 Begriffsklärung Tanztherapie und Tanzpädagogik
5.5.2.4 Tanzpädagogik/Tanztherapie
5.5.2.5 Analogien zum Leben
5.5.2.6 Resümee
5.5.3 Anforderungen an die Therapeutin
5.5.4 Faktoren der Heilung
5.6 Gruppenarbeit
5.6.1 Allgemeines zur Gruppenarbeit
5.6.2 Gruppenarbeit mit misshandelten Frauen
5.6.2.1 Voraussetzungen zur Gruppenteilnahme
5.6.2.2 Gruppenformen
5.6.2.3 Zusammensetzung der Gruppe
5.6.2.4 Die Rolle der Leitung
5.6.2.5 Gruppenregeln
5.6.2.6 Themen in der Gruppenarbeit mit misshandelten Frauen
5.6.3 Begleitung der Müttergruppe im FIZ
5.6.3.1 Ziele der Müttergruppe
5.6.3.2 Die Themen der Müttergruppe
5.6.3.3 Methoden
5.6.3.4 Die Teilnehmerinnen
5.6.3.5 Bewertung von Seiten der Teilnehmerinnen
5.6.3.6 Bewertung aus Sicht der Projektmitarbeiterinnen
5.7 Männerarbeit mit Männern, die in ihren Beziehungen Gewalt ausüben
5.7.1 Das Hannoveranische Interventionsprojekt gegen Männergewalt (HAIP)
5.7.2 Prämissen der Täterarbeit nach Alexander Bentheim und Michael Firle
5.7.3 "Neue Männer braucht das Land" - Die Täterarbeit des JederMann e.V.
5.7.4 Schlussbemerkung

6. Nationale und Internationale Konzepte zur Bekämpfung/Verhinderung häuslicher Gewalt - Interventionsprojekte aus dem In- und Ausland . . . . . 149
6.1 Einführung
6.2 Die White Ribbon Campaign/Kanada - "caring men are tired of the sexism that hurts the women around them"
6.2.1 Die White Ribbon-Kampagne in Österreich
6.3 BIG - Berliner Interventionsprojekt gegen häusliche Gewalt
6.4 Das Domestic Abuse Intervention Programme in Duluth - DAIP
6.5 Aktionsplan der Bundesregierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen
6.5.1 Vorstellung
6.5.2 Prävention
6.5.3 Gesetze und Verwaltungsvorschriften, die Mädchen und Frauen vor häuslicher, sexueller Gewalt und Frauenhandel umfassender schützen
6.5.4 Kooperationen zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen
6.5.5 Bundesweite Vernetzung der Hilfsangebote
6.5.6 Behandlung der Täter als Straftäter sowie täterorientierte Maßnahmen, die auf Verhaltensänderung abzielen
6.5.7 Unterstützung von entsprechenden Schulungen und Fortbildungen
6.5.8 Internationale Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen
6.6 Polizeifortbildung
6.6.1 Einführung
6.6.2 Curriculum
6.6.3 Lernziele
6.6.4 Mögliche Probleme, die sich bei der Durchführung ergeben können
6.6.5 Abschlussbemerkung
6.7 RIGG - Das rheinland-pfälzische Programm "Gewalt in engen sozialen Beziehungen"
6.8 WiBIG
6.9 Kampagne gegen häusliche Gewalt
6.10 Schweden: "Safety packs" und "Foster Families"
6.11 Die "Silent Witness National Initiative"
6.12 "Join the circle, break the cycle" - Sponsorship
6.13 "Adhikar" - it’s my right!
6.13.1 Kurzvorstellung Daphne-Initiative und "Adhikar"
6.13.2 Die Partner
6.13.3 Die Ziele
6.13.4 Die Umsetzung
6.13.5 Die Philosophie
6.13.6 Die Geschichte
6.13.7 Die Rolle der "Häusliche Gewalt-Einheiten"
6.13.8 Die Weiterentwicklung
6.13.9 Der Traum
6.13.10 Die Standards
6.13.11 Die Arbeitsgruppen
6.13.12 Die Ziele der Arbeitsgruppen
6.13.13 Vorteile gelungener Kooperation
6.13.14 7 C's for successful and effective cooperation (7 C's für erfolgreiche und effektive Zusammenarbeit)
6.13.15 Das Ergebnis der Zusammenarbeit
6.13.16 Der krönende Abschluss

7. Abschließende Forderungen . . . . . 191

8. Abschließende Gedanken . . . . . 197

Literaturverzeichnis . . . . . 199

Anhang A . . . . . 207

Praktische Tipps für die Arbeit mit betroffenen Frauen
Telefonnummern für den Notfall

Anhang B . . . . . 209
Informationsblatt für vom Platzverweis Betroffene
Informationsblatt für die Opfer von Gewalt im sozialen Nahraum
Erfassungsbogen zum Modellversuch "Gewalt im sozialen Nahraum"
Vorgehen der Interventionsstelle in Fällen der "Wegweisung"
26 Fragen zur Gefährlichkeitseinschätzung eines Gewalttäters (DAIP)
Überlegungen zur Erstellung eines Sicherheitsplanes
Konzeption eines sozialen Trainingsprogramms für Männer (HAIP)
The Ten Adhikar Principles
§ 19 Ausländergesetz