Die gegenwärtige Ausdifferenzierung des Parteiensystems in Deutschland deutet darauf hin, dass neue gesellschaftliche Problemlagen neue parteipolitische Formationen erzeugen und die tradierte gesellschaftliche Integrationskraft der etablierten Parteien in Frage stellen.
Die Arbeit untersucht am Beispiel der parlamentarischen Debatten zur so genannten roten Gentechnologie in der 14. und 15. Wahlperiode, inwieweit durch den technologischen Fortschritt neue Risiken entstanden sind, ob sich durch diese innerhalb der Parteien in den letzten Jahren eine neue Konfliktlinie abzeichnet und wie sich die Parteien argumentativ mit Blick auf Technologierisiken neuen Herausforderungen stellen. Dabei stehen die Begründungen und der Versuch der Parteien, unterschiedliche Interessen und Werte zu integrieren, im Vordergrund der Betrachtung. Mittels einer quantitativen und qualitativen Deutungsrahmenanalyse werden die einzelnen Argumentationsprofile der Parteien beschrieben, strukturiert und systematisiert und so wird der Frage nachgegangen, welche interessens- und wertgetragenen Konflikte dominieren.

Jessica Gentsch
Parteienkommunikation in der "Reflexiven Moderne". Eine Untersuchung parteipolitischer Diskursstrategien parlamentarischer Gentechnikpolitik
ISBN 978-3-86573-412-9
300 S. 39,90 EUR. 2008 (Diss.)

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