Von Außenstehenden skeptisch beobachtet und in der russischen Bevölkerung lange kontrovers diskutiert, erfolgte die Heiligsprechung von Zar Nikolaj II. und seiner Familie im Oktober 1981 seitens der Russisch-Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) und im Jahr 2000 durch das Moskauer Patriarchat.
In diesem Buch werden die Kanonisierungsprozesse in beiden Teilen der Russischen Kirche erstmalig detailliert dargestellt, analysiert und untersucht, inwieweit diese mit der orthodoxen Tradition der Heiligsprechung von Märtyrern, Leidensduldern und Fürstenheiligen im Einklang stehen. Dabei wird bisher unveröffentlichtes Archivmaterial der ROKA ausgewertet. Zudem wird der scheinbar plötzlich erfolgte Wandel des Bildes von "Nikolaj dem Blutigen" im kommunistischen Russland zum Heiligen in der postsowjetischen Ära näher betrachtet. Den Abschluss bildet eine Untersuchung der Ikonographie, die ein breites Spektrum unterschiedlicher Darstellungen umfasst und so den vorangegangenen Diskussionsverlauf um die Verehrung der Zarenfamilie als Märtyrer, Leidensdulder und letzten russischen Zaren gut widerspiegelt.

Silke Graupner
Zar Nikolaj II. und seine Familie - Heilige der Russisch-Orthodoxen Kirche. Die Kanonisierung aus religions- und kulturgeschichtlicher Perspektive
ISBN 978-3-86573-447-1
205 S. 28,00 EUR. 2009 (Diss.)

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