Kien Nghi Ha analysiert in dieser überarbeiteten und erweiterten Neuausgabe die deutsche Migrationspolitik sowie die differenten Erfahrungen marginalisierter EinwanderInnen von einer postkolonialen Perspektive aus. Dieses Buch führt in Ansätze postkolonialer Kritik ein, indem zentrale Begriffe wie kulturelle Identität, Differenz und Hybridität zunächst im Kontext lokaler migrantischer Subjekterfahrungen entwickelt werden. Diese Ergebnisse dienen als Grundlage, um postkoloniale und postmoderne Theorieansätze kontrastiv zu diskutieren. Anschließend werden die Potentiale und Risiken widerständiger Repräsentationen durch Mimikry und Signifying in subalternen Populärkulturen kritisch untersucht.

Kien Nghi Ha ist Politikwissenschaftler und Autor des viel beachteten Buches „Ethnizität und Migration” (Westfälisches Dampfboot, 1999). Er hat zahlreiche Aufsätze über kulturelle Entgrenzung, Identitätspolitik, koloniale Präsenzen und Rassismus veröffentlicht. Im Frühjahr 2005 erscheint sein neues Buch „Hype um Hybridität” (transcript-Verlag)

Kien Nghi Ha
Ethnizität und Migration RELOADED
Kulturelle Identität, Differenz und Hybridität im postkolonialen Diskurs

ISBN 10: 3-86573-009-4
ISBN 13: 978-3-86573-009-1
238 S. 24,90 EUR. 2004
Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe

Umschlag:
Kien Nghi Ha






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Er entwickelt einen Ansatz, der für mich zu den faszinierendsten der letzten Jahre im 'seltsamen Nebel' um Multikulturalismus zählt ... Besonders spannend und - für mich - überzeugend gelingt Ha diese aufklärende Analyse, wo er sich dem Rap und dem 'Signifying' einer Befreiung von Begriffen als Teilen einer Alltagskultur zuwendet ... Was tun damit? Auf jeden Fall lesen!
Hans Blüher, epd-entwicklungspolitik, 3/2000

Deutsches Standardwerk!
Dieses Buch ist das Beste, was es zum Thema Rassismus in Deutschland gibt. Kien Nghi Ha greift die internationale, vor allem angelsächsische Diskussion auf und weist u.a. erfrischend selbstbewußt nach, daß Deutschland noch immer begriffliche Sonderwege geht, die aus 'wissenschaftlicher Regression' rühren und nicht dazu beitragen, rassistische Alltagspraxis zu erklären oder gar zu bekämpfen. Das Buch liegt quer zu allen Mainstreams und sollte Pflichtlektüre für 'die Guten' werden. Irritierend, aber zahlreiche 'Aha'-Erlebnisse garantiert!
Burkhard Schröder, Amazon-Rezension, Journalist und Autor von "Nazis sind Pop" (2000)

Der Aufbau des Buches ist erfreulich übersichtlich und systematisch ... Kien Nghi Ha ist ein gutes und spannendes Buch gelungen, das als 'Einstieg' zu empfehlen ist.
Dario N. Azzellini, Arranca!, Nr. 19, Feb. 2000

...Has theoretisch fundierte, aber nichtsdestoweniger sehr weltbezogene Studie deutscher Migrationsdiskurse bildet nicht nur in dieser Hinsicht eine positive Ausnahme. ... Um so erfreulicher ist es, dass nun eine stark aktualisierte und umfangreich erweiterte Version vorliegt, die ... deutlich mehr als eine übliche Neuausgabe bietet. ... Ein erfrischend eigenständiger Beitrag; ein wichtiges Korrektiv zur aktuellen Inflation depolitisierter Exegesen kultureller Zeichensysteme.
Markus Schmitz, Neue Politische Literatur, 3/2005


Vorwort . . . . . 11

Einleitung . . . . . 13
Ausgangslage und Thematik
Leitfragen und methodischer Aufbau der Arbeit

Differente Erfahrungen: Türkische Migrantinnen in der BRD . . . . . 23
Arbeitsmigrationspolitik und Kolonialisierung
Post-koloniale Migration und die deutsche Präsenz des Rassismus
Erfahrungen türkischer Migranten aus der 1. Generation
Dekonstruktive Motive: Einheit, Gemeinsamkeit und Ursprung
Andere Migrationserfahrungen von türkischen Frauen
Kulturelle Bewegungen in der Zwischenwelt

Vom postmodernen zum postkolonialen Diskurs . . . . . 77
Die Ungleichzeitigkeit der Globalisierung
Postmoderne Dezentrierung und indifferente Differenz
Der Tod des Subjekts in der Postmoderne
Die Ambivalenz der Anerkennung des Anderen

Kulturelle Identität, Differenz und Hybridität . . . . . 97
Das Ende der Unschuld oder die Grenzen der Gegenidentifikation
Neue Identitätspolitik und die Anerkennung der Differenz
Artikulation und Aufwertung der Marginalität
Kulturelle Identität als Borderlands
Koloniale Obsessionen um rassistische Hybridisierungen
Entgrenzte Kulturen: Entortung, Hybridität und Mimikry
Problematische Aspekte der deutschen Hybriditätsrezeption

Kulturelle Reflexionen postkolonialer Identitäten . . . . . 163
Imaginationen der Grenzüberschreitungen und Übersetzungen
Ansätze kultureller Subversionen und Dezentrierungen
Postkoloniale Alltagskultur und der Signifying Monkey im Rap
Gangstarism und Sexismus als Probleme des Signifying
Kanakisierung als postkoloniales Signifying

Zusammenfassung . . . . . 203

Epilog

Bibliographie . . . . . 215