Anhand der historischen Entwicklung der Polizei von der Weimarer Republik in Preußen bis zur niedersächsischen Polizei heute wird der Prozess der Demokratisierung im staatlichen Gewaltmonopol dargestellt. Ein großer Schritt auf diesem Weg war die Polizeireform in Niedersachsen im Jahre 1994, die auf ein neues bürgerorientiertes Berufsbild zielte und ein verändertes Ausbildungssystem beinhaltete, aber auch die Abschaffung der dreigliedrigen zugunsten einer zweigliedrigen Laufbahn. Die Autoren untersuchten mittels qualitativer Interviews und teilnehmender Beobachtung die Rezeption dieser Reform bei betroffenen niedersächsischen Polizeibeamten und zeigen unter anderen als Ergebnis auf, dass manche organisationskulturelle Eigenheiten der Polizei über die Zeiten hinweg tradiert wurden. Dabei wird sowohl auf den soziologischen Kontext wie auch die aktuelle Polizeiforschung eingegangen.

Karola Hagemann/Sven Kohrs
Demokratisierungsprozesse im Gewaltmonopol. Motivationale Auswirkungen flacherer Hierarchie auf Organisationsmitglieder am Beispiel der Polizeireform 1994 in Niedersachsen
ISBN 978-3-86573-555-3
308 S. 42,80 EUR. 2010

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