"Ich möchte Ihnen noch mitteilen, daß Sie mich sehr zum Lachen gebracht haben, als ich in demselben Brief von dem schlimmen Mißgeschick gelesen haben, das Ihnen in der Kirche mit jener alten und zutiefst frommen Frau passiert ist! Nach der Messe wollten Sie die Predigt hören und Sie schreiben, Sie seien dabei so fest eingeschlafen, daß Ihnen der Hut und der Muff zu Boden gefallen seien und Sie beinahe auch selbst gestürzt seien. Dies wäre für Sie noch das Schlimmste gewesen, weil es Ihnen keinesfalls gut getan hätte, aber sicher hätten die Leute in der Kirche noch mehr über Sie gelacht!"
Francesca Buschini an Giacomo Casanova am 20. März 1784

Im Nachlass des Venezianers Giacomo Casanova (1725-1798), insbesondere bekannt durch seine Lebenserinnerungen ("Histoire de ma vie"), befindet sich auch ein Konvolut von dreiunddreißig Briefen seiner venezianischen Freundin Francesca Buschini, deren Inhalt einen einzigartigen Einblick in das Alltagsleben der ärmeren venezianischen Bevölkerung im ausgehenden 18. Jahrhunderts bietet.

Sabine Herrmann
Francesca Buschini an Giacomo Casanova. Ein Frauenleben im Venedig des Settecento
ISBN 978-3-86573-577-5
220 S. 29,80 EUR. 2010

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