Leonhard Frank, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den bedeutendsten sozialkritischen Autoren gehörte, dessen Werk sowohl im In- als auch im Ausland viel gelesen wurde, gleichwohl umstritten war, lebte nach dem Krieg "als Fossil jener Schriftsteller, an denen man einiges wiedergutzumachen hatte, offiziell in Ost- und Westdeutschland, herumgereicht und geehrt" (Hans Joachim Bähr). Hat Hitler über ihn wirklich gesiegt, wie er es kurz vor seinem Tode empfunden und beklagt hat?
Das Ziel der vorliegenden Untersuchung ist einerseits, sein "kleines Meisterwerk", wie es Thomas Mann nannte, die "Deutsche Novelle", in das Oeuvre einzugliedern. Andererseits sollen durch die Erforschung der Entstehungsgeschichte, der Motivation des Verführers, durch die Deutung des Titels bzw. durch die Klärung der Gattungsfrage die von Frank angesprochenen Probleme behandelt werden, wie die Psychologie des Opfers und des Verführers bzw. die Gefährdung und die Verantwortung der Deutschen.

Judit Hetyei
Leonhard Frank und die "Deutsche Novelle"
ISBN 978-3-86573-325-2
112 S. 16,90 EUR. 2007

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