Schurkenherrschaftszeiten im Werk Bertolt Brechts: Der Dramatiker arbeitete oft mit der Figur des großen Verbrechers, die Walter Benjamin in seinem Aufsatz 'Bert Brecht' definierte. Die dem Verbrecher/Asozialen eigene Haltung, seinen Egoismus, erklärte Benjamin zu einem seiner Hauptmerkmale. Später, in "Zur Kritik der Gewalt", gab er dem großen Verbrecher als Träger von kriegerischer Gewalt eine starke politische und gesellschaftliche Konnotation.
Diese Untersuchung beschäftigt sich mit der Philosophie und Herkunft des großen Verbrechers, der Großstadt, die Georg Simmel als 'Sitz des Geldes' und Auslöser für Gewalt und Egoismus beschrieb. Am Beispiel von Brechts "Fatzer"-Fragment und der "Dreigroschenoper" wird der große Verbrecher als von Armut geprägter Rebell gegen eine Mitläufer-(Massen-)Gesellschaft gezeigt, der er auch in seiner Rolle als Verführer nach Jacques Derrida bleibt. Es wird der Bogen vom philosophischen Urgrund menschlichen Handelns, dem Streben nach Glück, bis hin zur neuzeitlichen 'Ware Mensch' geschlagen, erklärt, warum Liebe nicht die Aufgabe von Egoismus bewirken kann und der große Verbrecher bei Brecht am Ende scheitert.

Svenja Hirsch
Der große Verbrecher und die Liebe. Formen des Egoismus und seiner Aufgabe
ISBN 978-3-86573-706-9
111 S. 19,80 EUR. 2013

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