Die Justizkrise im Jahr 1988, auf deren Höhepunkt der Präsident des Federal Court abgesetzt und durch einen regierungsnahen höchsten Richter ersetzt wurde, markiert einen Wendepunkt in der malaysischen Rechtsgeschichte. In ihrer Folge kam es zur Erosion der Unabhängigkeit der malaysischen Justiz, welche in der Bevölkerung zur Wahrnehmung führte, dass insbesondere politisch und religiös sensible Fälle und Verfahren, an denen der Staat beteiligt war oder die die Interessen der Regierung berührten, nicht unabhängig entschieden wurden.
Die vorliegende Arbeit analysiert den Status der Unabhängigkeit der malaysischen Justiz ein Vierteljahrhundert nach der Justizkrise. Sie fußt auf zahlreichen Rechtsprechungsrecherchen und wissenschaftlichen Gesprächen mit malaysischen Rechtsgelehrten und Rechtspraktikern vor Ort. Sie macht sich einen objektiven Analyseansatz zu eigen, da der Autor ein im kontinentaleuropäischen Rechtskreis ausgebildeter Jurist ist, der durch seinen zweijährigen Aufenthalt im Nachbarland Singapur und seine wissenschaftliche Tätigkeit für das Rechtsstaatsprogramm Asien der Konrad-Adenauer-Stiftung tiefe Einblicke in die südostasiatische Rechtskultur gewonnen hat, die ihn in die Lage versetzten, ein realitätsnahes Bild der malaysischen Justiz zu zeichnen.

Jochen Hoerth
Die Unabhängigkeit der malaysischen Justiz. Eine Analyse des Rechtsschutzes vor den malaysischen Gerichten in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten
ISBN 978-3-86573-937-7
387 S. 57,00 EUR. 2016 (Diss.)

Schriften zur Rechtswissenschaft 197

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