Das Thema Libertarismus ist sowohl in der akademischen Welt als auch in der Politik umstritten. Stark etatistisch orientierte, noch im Links-Rechts-Schema gefangene Akteure haben aus ideologischen oder machtpolitischen Gründen ein Interesse am Erhalt des parteiendemokratischen Status quo und lehnen die freiheitlichen Ordnungsvorschläge der Libertaristen als unangemessen ab.
R. Nozick überwindet die Links-Rechts-Dichotomie und den starren Etatismus. Sein Buch "Anarchie, Staat, Utopia" ist ein Meilenstein des politischen Denkens, seine Rechts- und Staatsphilosophie eine moralische Reaktion auf die freiheitsgefährdende Politik des modernen Leviathan mit seinem Besteuerungs-, Verteilungs- und Kontrollapparat. Die Minimalstaatstheorie und die Anspruchstheorie der Gerechtigkeit sind glänzende Denkkonstruktionen, die jedoch aufgrund ihres radikalen Individualismus für die Praxis als untauglich erscheinen. Nozick erkennt die Notwendigkeit einer Rückkehr zur Gemeinschaftsidee und bekennt sich in seiner Spätphilosophie zu einem freiheitlichen Kommunitarismus.

Roland Chr. Hoffmann-Plesch
Vom Minimalstaat zum Weltstaat. Eine rechtsphilosophische Untersuchung zur minarcholibertaristischen Gerechtigkeitsutopie
ISBN 978-3-86573-721-2
151 S. 24,00 EUR. 2013

Schriften zur Rechtswissenschaft
Bd. 165

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