Als polnische und deutsche Kommunisten im Gefolge der Roten Armee wieder nach Polen und in die spätere SBZ gelangten, brachten sie ihre eigene politische Sprache mit. Diese Propagandasprache wies vornehmlich nationale Begriffe und Sprechweisen auf, obwohl im Namen des Nationalsozialismus gerade ein grausamer Weltkrieg geführt worden war. Doch "Volk" und "Nation" waren hoch emotional besetzte Begriffe, die von den Kommunisten umgewidmet wurden. Sie dienten dazu, innerhalb der Bevölkerung Unterstützung für das neue System zu generieren. Nach Kriegsende sollten die beiden Begriffe nun andere Inhalte transportieren. Was aber bedeutet das für die Semantik der neuen politischen Gebilde, die dem Wunsch Stalins zufolge "national in der Form", aber "sozialistisch im Inhalt" sein sollten? Welche Rolle spielte der Sprachwandel für den politischen Transformationsprozess, in dem die kommunistische Herrschaft über Osteuropa errichtet wurde?

Christian Mehrmann
"National in der Form, sozialistisch im Inhalt". Volks- und Nationsbegriffe in der SBZ und in Polen 1944-1949
ISBN 978-3-86573-677-2
160 S. 24,00 EUR. 2012

I M P U L S E
Studien zu Geschichte,
Politik und Gesellschaft


Hrsg. v.
Marcel Lewandowsky, Michael Meißner, Katarina Nebelin, Marian Nebelin und Swen Steinberg

Band 5

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