Mit Beginn des neuen Jahrhunderts wurde in Deutschland das Konzept der US-amerikanischen Teen-Courts in Form der Schülergremien rezipiert. Von 2006 bis 2008 wurde dieses Diversionsmodell im Rahmen des Pilotprojektes Teen-Court in Hamburg erprobt und durch das Institut für Kriminalwissenschaften, Abteilung Kriminologie der Universität Hamburg, evaluiert. In dieser Arbeit werden die Ergebnisse der Prozessevaluation dargestellt und die Gründe für das Scheitern des Pilotprojektes benannt. Daneben werden die kriminologisch-theoretischen und kriminalpolitischen Grundlagen und Ziele der US-Teen-Courts sowie deren Übertragbarkeit auf das Konzept der Schülergremien - das bisher ausschließlich auf den Peer-Einfluss rekurriert - beleuchtet. Anhand der historischen Entwicklung der US-Teen-Courts und des US-Jugendstrafrechts wird der Frage nachgegangen, warum sich das Konzept in den USA relativ großer Beliebtheit erfreut, obwohl seine Wirksamkeit bisher nicht belegt werden konnte und von der Forschung z.T. in Zweifel gezogen wird. Schließlich werden die in Deutschland bestehenden Schülergremien betrachtet. Im Rahmen der Kritik wird u.a. zu Fragen des Sozialdatenschutzes und der jugendstrafrechtlichen und jugendhilferechtlichen Zulässigkeit Stellung genommen.

Jan Hendrik Kolberg
Das Jüngste Gericht: Ein Sturm im Wasserglas? Rezeption der US-amerikanischen Teen-Courts im deutschen Jugendstrafrecht
ISBN 978-3-86573-607-9
308 S. 45,00 EUR. 2011 (Diss.)

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