Die Frage nach der Entwicklung ostmitteleuropäischer Identitäten unter Bedingungen der EU-Integration wird in drei Schritten angegangen. Zunächst wird der komplexe Begriff 'kollektive Identität' aus primär soziologischer Perspektive theoretisch geklärt und um den Aspekt der Wahrnehmung einer Zentrum-Peripherie-Struktur erweitert. Daran schließt sich eine soziohistorische Betrachtung traditioneller Identitätslinien der drei Länder Polen, Tschechien und Ungarn an. Drittens werden Argumente zu den Relationen zwischen den Ländern und der EU für den Zeitraum von 1990 bis 2005 entwickelt und entlang der ostmitteleuropäischen Staaten analysiert. Dies ermöglicht Vergleiche sowohl zwischen den einzelnen Ländern als auch in zeitlicher Hinsicht innerhalb ihrer. Dabei sind - trotz wichtiger Unterschiede - übereinstimmend spezifische Identitätsformen zu erkennen, die es erwarten lassen, dass die Frage kollektiver Identitäten in der Region auch in Zukunft von wesentlichem Interesse bleibt.

Anne Sophie Krossa studierte in Trier und Warschau Soziologie, Politikwissenschaft und Europäische Studien. Sie promovierte im DFG-Kolleg 'Europäische Integration und gesellschaftlicher Strukturwandel' und war Dozentin an der Universität Göttingen im Fach Soziologie. Zur Zeit arbeitet sie als Gastwissenschaftlerin am Zentrum für Europäische Integrationsforschung in Bonn.

Anne Sophie Krossa
Kollektive Identitäten in Ostmitteleuropa: Polen, Tschechien und Ungarn und die Integration der Europäischen Union
ISBN 10: 3-86573-116-3
ISBN 13: 978-3-86573-116-6
240 S. 28 EUR. 2005 (Diss.)

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