Die vielfache Verwendung des Begriffes Governance in verschiedenen Disziplinen führt zu einer Deutungsvielfalt, die eine einheitliche Sichtweise auf die Thematik erschwert. Der Begriff Governance steht in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zum einen für die Kennzeichnung eines empirisch beobachtbaren Wandels des Verhältnisses zwischen Staat und Gesellschaft, zum anderen bezeichnet er die Diskussion über unterschiedliche Modi ökonomischer, gesellschaftlicher und politischer Koordination und ihrer gegenseitigen Unterstützung. Sowohl empirischen wie theoretischen Sichtweisen ist gemeinsam, Regulierungs- und Koordinationsmodi jenseits der Dichotomie Staat/Markt zu problematisieren. Traditionell fokussiert die Sozialwissenschaft dabei auf Koordinationsansätze im Spannungsfeld zwischen Staat und Zivilgesellschaft. Die Wirtschaftswissenschaften heben in der Governance-Debatte primär auf Koordinationsprozesse innerhalb und zwischen Unternehmen ab.
Dieser Sammelband bietet einen Ansatz, diese eng verwandten Forschungsgebiete zu vereinen und betrachtet die Schaffung oder Veränderung der institutionellen Arrangements, der Regeln und Anreizstrukturen, aber auch der normativen und kognitiven Grundlagen, die den Rahmen neuartiger Koordinationsmuster und Netzwerke bilden.

Dieter Wagner/Christoph Lattemann/Sören Kupke/Alexander Legel (Hrsg.)
Governance-Theorien oder Governance als Theorie?
ISBN 978-3-86573-266-8
231 S. 26,80 EUR. 2007

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