Am 11. September 1973 putschten die chilenischen Streitkräfte gegen die demokratisch gewählte Regierung des Präsidenten Salvador Allende. Die politischen Parteien und die gewerkschaftlichen Organisationen wurden verboten, ihre Führer "verschwanden", wurden verhaftet, ermordet oder ins Exil gezwungen. Der 11. September kostete mehrere Tausend Menschen das Leben. Hinzu kam die unfreiwillige Emigration von Zehntausenden Chileninnen und Chilenen, die auch in der BRD und in der DDR Zuflucht fanden.
Obwohl Chile bereits vor 16 Jahren zur Demokratie zurückgekehrt ist, setzt sich die Diskussion über die Aufarbeitung der Verbrechen gegen die Menschenrechte während der Militärdiktatur fort.
Drei Jahrzehnte nach dem Putsch gehören die Aufarbeitung und die Bewältigung der Vergangenheit zu den Hauptaufgaben der chilenischen Gesellschaft auf ihrem Weg zurück zu einer demokratischen Normalität.

Marco Hüls (Hg.)
Chile - Ein anderer elfter September
ISBN 10: 3-86573-174-0
ISBN 13: 978-3-86573-174-6
154 S. 15 EUR. 2006

Lateinamerika im Fokus (LatiF)
Hrsg. von der Fachschaft Regionalwissenschaften Lateinamerika an der Universität zu Köln
Band 1

Inhaltsverzeichnis (PDF)




Bestellen

Vorwort ..... 7

Marco Hüls
Gespenster im Neoliberalismus: Vergangenheitspolitik und Aufarbeitung der Menschenrechtsverbrechen in Chile ..... 15

Olaf Kaltmeier
Chile 30 Jahre nach dem Putsch: Das Erbe Pinochets ..... 49

Ingrid Wenzl
Der 11. September im Hinterhof ..... 59

Omar Saavedra Santis
Umkämpfte Vergangenheit in Chile: Zur erinnerungspolitischen Kontroverse um Wahrheit, Versöhnung und Demokratie ..... 65

Mark Arenhövel
"Chile ist weit und nah": Erfahrungen chilenischer Exilanten im deutschsprachigen Raum und die Frage der Rückkehr ..... 105

Georg Ismar
Exil und Solidarität: Fragen an Gert Eisenbürger von der ila ..... 127
(Interview: Georg Ismar)

Georg Ismar
Das andere Fußballspiel: Chile gegen die Sowjetunion am 21. November 1973 ..... 139