Seit der Jahrtausendwende sind in Lateinamerika zunehmend Regierungen an die Macht gekommen, die sich als "links" verstehen. Sie erheben für sich den Anspruch, eine sozialere Politik als ihre Vorgänger zu betreiben. Der Eindruck, dass diese Regierungen sich besonders für benachteiligte Bevölkerungsschichten einsetzen würden, herrscht auch in der internationalen Öffentlichkeit vor. Doch führt dieser viel diskutierte "Linksruck" in Lateinamerika tatsächlich langfristig zu einer Ausweitung der sozialen Sicherheit? Welche sozialpolitischen Maßnahmen haben diese Regierungen ergriffen? Und sind die als progressiv erachteten Modelle sozialer Sicherung überhaupt linken Ursprungs?
Der vorliegende Sammelband widmet sich den Formen und Entwicklungen sozialer Sicherheit in Lateinamerika aus politikwissenschaftlicher, soziologischer, politökonomischer und juristischer Perspektive. Grundlegende theoretische Konzepte wie die Frage "Was ist links?" sowie sozialpolitische Grundlagen werden erörtert, aber auch die Sozialpolitiken und Systeme sozialer Sicherung in verschiedenen Ländern vergleichend analysiert. Darüber hinaus stehen konkrete Fallbeispiele wie die renta dignidad in Bolivien im Fokus der Betrachtung.
Die Buchreihe "Lateinamerika im Fokus" wird von der Fachschaft Regionalwissenschaften Lateinamerika herausgegeben, deren gleichnamige Tagungen seit 2003 an der Universität zu Köln stattfinden.

A. von Au/L. Dünow/R. Müller/S. Müller/M. Schäfer (Hg.)
Soziale Sicherheit in Lateinamerika. Neue Wege durch linke Regierungen?
ISBN 978-3-86573-637-6
325 S. 19,00 EUR. 2011

Lateinamerika im Fokus (LatiF)
Hrsg. von der Fachschaft Regionalwissenschaften Lateinamerika an der Universität zu Köln
Band 6

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