Über Jahrzehnte wurde Kolumbien in der weltweiten Wahrnehmung hauptsächlich mit Gewalt, Drogen und politischer Instabilität in Verbindung gebracht. Doch seit einigen Jahren wandelt sich dieses negative Image: Das Land sei vom "Failing State" zum "Rising Star" gereift, stellen Präsident Juan Manuel Santos und sein Vorgänger Álvaro Uribe Vélez stolz fest.
Die wirtschaftliche Entwicklung ist dynamisch, die Weltbank hält das Investitionsklima in Kolumbien für eines der besten auf dem Subkontinent - und mit der Demobilisierung der paramilitärischen Gruppe Autodefensas Unidas de Colombia (AUC) und der Schwächung der Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) scheint die Regierung auch auf politischer Ebene Erfolge verzeichnen zu können. Doch trotz aller Erfolgsmeldungen ziehen Menschenrechtsorganisationen eine verheerende Bilanz, insbesondere bezüglich der Situation von Minderheiten, Vertriebenen und anderen Betroffenen des bewaffneten Konflikts.
Diese gegensätzlichen Realitäten untersucht der Sammelband in fünfzehn Beiträgen von Expertinnen und Experten aus verschiedenen Blickwinkeln: Hat sich das Land tatsächlich vom "Failing State" zum "Rising Star" gewandelt? Nach einem historischen Abriss und einer Betrachtung der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen schließt das Buch mit einer Bewertung der aktuellen Entwicklungen unter Santos und einer Einschätzung der 2012 aufgenommenen Friedensgespräche.

David Graaff/Miriam Heins/Cathy Henkel/Marie Ludwig/Tim Schauenberg/Rebecca Steger/Johannes Thema (Hg.)
Kolumbien: Vom Failing State zum Rising Star? Ein Land zwischen Wirtschaftswunder und humanitärer Krise
ISBN 978-3-86573-734-2
358 S. 28,00 EUR. 2013

Lateinamerika im Fokus (LatiF)
Hrsg. von der Fachschaft Regionalwissenschaften Lateinamerika an der Universität zu Köln
Band 8

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