Weltweit werden nur wenige politische Transformationsprozesse der letzten Jahre derart kontrovers diskutiert wie jener, der Venezuela mit der Wahl von Hugo Chávez zum Präsidenten der Republik im Jahr 1998 erfasst hat. Seine GegnerInnen befürchten eine Rückkehr in die Zeit der Diktatur, während seine BefürworterInnen von einem neuen Demokratiemodell sprechen, das den verarmten Massen der Bevölkerung erstmals die Möglichkeit gibt, sich an der politischen Willensbildung zu beteiligen.
Vorliegende Arbeit stellt die Frage, wo Venezuela im Kontinuum politischer Systeme heute tatsächlich zu verorten ist und wie der Weg dorthin beschritten wurde, wobei eine Analyse der venezolanischen Geschichte von der Unabhängigkeit bis zur Gegenwart auf das Bestehen einer Delegativen Demokratie i.S. Guillermo O’Donnells hinweist. Ein neuer Präsidentialismus, in dem ein starkes Staatsoberhaupt mehr oder minder uneingeschränkt die Geschicke "seiner" Nation bestimmt.

Ralph Luger
Die Bolivarische Revolution und ihre historischen Voraussetzungen - Venezuelas Weg in eine Delegative Demokratie
ISBN 978-3-86573-383-2
173 S. 22,80 EUR. 2008

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