An Rousseaus Contrat Social scheiden sich seit jeher die Geister. Den einen ist die Schrift das Patent des modernen, Fürstenherrschaft delegitimierenden Rechts- und Staatswesens und damit Quell einer den Menschen humanisierenden Zivilisation, den anderen das Schnittmuster einer unberechenbaren Sittenorthodoxie, deren politische Vergeschichtlichung völlig aus dem Ruder gelaufen sei und spätestens in den Menschheitskatastrophen des 20. Jahrhunderts ihr selbstzerstörerisches Potenzial entfaltet habe.
Rousseaus Kardinalfrage zielt auf die Gründungsmodalitäten und Spielregeln einer Gesellschaft konkurrierender Individuen, die diesen ihre naturrechtliche Freiheit bewahrt und damit die Möglichkeit belässt, im eigenen (Vernunft-)Recht zu agieren. Ihre Beantwortung ist der Gesellschaftsvertrag, der hier einer philosophischen Neulektüre unterzogen wird und im Nachhall zur Betrachtung zeitgenössischer deutschsprachiger Poesie bei Schiller und Jean Paul einlädt.

Thomas Maier
Die Zivilisierung der Moderne aus dem Recht der Vernunft. Rousseaus Contrat Social - Eine Inventur
ISBN 978-3-86573-788-5
160 S. 24,00 EUR. 2014

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