Erstmals widmet sich diese theaterwissenschaftliche Studie Dea Lohers und Andreas Kriegenburgs seit 1995 erfolgreicher Theaterarbeit. Detaillierte Textanalysen von "Unschuld", Das Leben auf der Praça Roosevelt", "Das letzte Feuer", "Diebe" und "Am Schwarzen See" verfolgen die Forschungsfrage, inwieweit Loher mit der Stückauswahl in der Verhandlung von Schuld als politische Dramatikerin innerhalb der divergierenden Ästhetiken des Gegenwartstheaters zu werten ist. Für die Darstellung der Wirklichkeit mittels der dramatischen Unschärferelation nutzt sie Referenzen aus der bildenden Kunst von Gerhard Richter, Qui Shi-hua sowie Genpei Akasegawa und eröffnet den bildtheoretischen Diskurs.
Wie Kriegenburg den "Raum der Sprache" mit der ästhetischen Strategie der Körperkomik ausgestaltet, beleuchten die Inszenierungsanalysen. Ergänzt werden jene durch Interviews mit Dea Loher, Andreas Kriegenburg, Ulrich Khuon sowie SchauspielerInnen der jeweiligen Inszenierungen, und sie legen den Fokus auf die Bedeutung dieser bewährten Kooperation zwischen Autorschaft und Regie.

Degna Martens
Unschuldig schuldig im "Raum der Sprache". Dea Lohers dramatische Unschärferelation und die Kooperation mit Andreas Kriegenburg im Zeitraum 2003-2012
ISBN 978-3-86573-935-3
467 S. 60,00 EUR. 2016 (Diss.)

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