Unerwünschtes Verhalten im Wirtschaftsverkehr steht aufgrund der hohen Komplexität der Materie in starkem Konflikt mit einer ökonomischen Strafverfolgung. Der Staat sucht daher nach einer Möglichkeit, aufwendige und teure Strafverfahren zu vermeiden und den Fiskus zu entlasten.
Die Lösung hierfür wird im Ausbau informeller, der Opportunität unterworfener Sanktionen gesehen.
Ordnungswidrigkeiten, Geldauflagen, Verfallsanordnungen sowie der diskutierte Strafschadensersatz führen zu einem Konflikt zwischen Effektivität und Rechtsstaatlichkeit im Strafrecht. Opfer dieser Entwicklung kann neben der vom Staat zu beschützenden Allgemeinheit insbesondere auch der Beschuldigte sein, der auf die schützenden Garantien des formellen Strafverfahrens verzichten muss und Sanktionen ausgesetzt ist, die in der Höhe häufig von der individuellen Schuld abgekoppelt sind.
Dieses Buch versucht dem Einhalt zu gebieten und Anregungen für ein rechtsstaatlicheres Strafverfahren zu geben.

Leonhard Mühlenfeld
Die informelle Strafe im deutschen und europäischen Wirtschaftsstrafrecht
ISBN 978-3-86573-518-8
302 S. 42,00 EUR. 2010 (Diss.)

Schriften zur Rechtswissenschaft
Bd. 133

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