Einsicht stellt ein schon lange bekanntes und faszinierendes, jedoch immer noch nicht vollständig verstandenes Phänomen innerhalb der Problemlöseforschung dar. In der vorliegenden Arbeit wird deshalb versucht, den Stand der Forschung, die wesentlichen Theorien und Befunde zusammenzufassen und zu diskutieren. Im Vordergrund des Forschungsinteresses steht hierbei die Beantwortung der Frage, warum Personen beim Lösen von Einsichtsproblemen immer wieder in Sackgassen geraten. Zu diesem Zweck wurden zwei Studien durchgeführt, die den Einfluss von Einstellungseffekten und Heuristiken auf die Lösung von Einsichtsproblemen systematisch untersuchten.
Dass Einstellungseffekte die Wahrscheinlichkeit des Antreffens von Sackgassen spezifischer beeinflussen als bisher angenommen wurde und dass Heuristiken offenbar nicht zwangsläufig dabei helfen, Sackgassen zu überwinden, sind die Hauptbefunde dieser Studien.

Michael Öllinger
Untersuchungen über den Einfluss von Einstellungseffekten und Heuristiken beim Lösen von Einsichtsproblemen
ISBN 10: 3-86573-054-X
ISBN 13: 978-3-86573-054-1
155 S. 21,80 EUR. 2005 (Diss.)


1. Das Phänomen Einsicht . . . . . 1

2. Definitorische Grundlagen . . . . . 3

2.1 Was ist ein Problem?
2.2 Was ist ein Einsichtsproblem?

3. Theoretische Meilensteine der Einsichtsforschung . . . . . 6
3.1 Produktives Denken in der Gestaltpsychologie
3.1.1 Die Rolle des Vorwissens in der Gestaltpsychologie
3.2 Die Problemraumtheorie: Die Suche nach der richtigen Lösung
3.2.1 Hill Climbing
3.2.2 Mittel-Ziel-Analyse (means-ends analysis)
3.2.3 Das Produktionssystem ACT
3.2.4 Die Erklärung von Einsichtsphänomenen mit Hilfe der Problemraumtheorie
3.3 Die Repräsentationale Veränderungstheorie RVT
3.3.1 Ein Phasenmodell für Einsichtsprobleme
3.3.1.1 Phase 1: Vor einer Sackgasse
3.3.1.2 Phase 2: In einer Sackgasse
3.3.1.2.1 Chunk-Dekomposition
3.3.1.2.2 Zielerweiterung
3.3.1.3 Phase 3: Nach einer Sackgasse
3.3.2 Empirischc Anwendungen der Repräsentationalen Veränderungstheorie (RVT)
3.3.2.1 Die Aufgabendomäne
3.3.2.2 Die unterschiedlichen Problemtypen
3.3.2.3 Empirische Befunde
3.4 Dynamic Constraint Theorie (DCT)
3.4.1 Empirische Befunde
3.5 Vergleichender Test zwischen der DCT und der RVT

4. Einstellung - mental Set . . . . . 41
4.1 Gestaltpsychologische Erklärung von Einstellung
4.2 Kognitive Ansätze
4.3 Der ACT-Ansatz auf Einstellungsphänome angewendet

5. Einsicht und Einstellung . . . . . 50
5.1 Erweiterung der Repräsentationalen Veränderungstheorie
5.2 Experiment 1: Untersuchung des Einflusses einer wiederholten Lösung von Problemen, die dem Vorwissen entsprechen, auf die Lösung von Problemen mit anderen Lösungsanforderungen
5.2.1 Vorhersagen des ACT-Ansatzes und der RVT
5.2.2 Methode
5.2.2.1 Stichprobe
5.2.2.2 Aufgabenmaterial
5.2.2.3 Versuchsdurchführung
5.2.2.4 Experimentelles Design
5.2.3 Ergebnisse
5.2.3.1 Analyse der Lösungshäufigkeiten bei den Testproblemen
5.2.3.2 Problemschwierigkeit
5.2.3.3 Analyse der Lösungszeiten der Einstellungsprobleme
5.2.3.4 Lösungszeiten der Einstellungsprobleme, die unmittelbar vor und nach einem Testproblem erschienen
5.2.4 Diskussion
5.3 Experiment 2: Untersuchung des Einflusses der wiederholten Lösung von Problemen, die die Anreicherung der Problemkonstituenten erfordern, auf die Lösung von Problemen mit anderen Lösungsanforderungen
5.3.1 Vorhersagen des ACT-Ansatzes und der RVT
5.3.2 Methode
5.3.2.1 Stichprobe
5.3.2.2 Aufgabenmaterial
5.3.2.3 Versuchsdurchführung und experimentelles Design
5.3.3 Ergebnisse
5.3.3.1 Analyse der Lösungshäufigkeiten der Testprobleme
5.3.3.2 Problemschwierigkeit
5.3.3.3 Analyse der Lösungszeiten der Einstellungsprobleme
5.3.3.4 Lösungszeiten der Einstellungsprobleme, die unmittelbar vor und nach einem Testproblem erschienen
5.3.4 Diskussion
5.4 Experiment 3: Untersuchung des Einflusses der wiederholten Lösung von Problemen, die eine Zielerweiterung erfordern, auf die Lösung von Problemen mit anderen Lösungsanforderungen
5.4.1 Vorhersagen des ACT-Ansatzes und der RVT
5.4.2 Methode
5.4.2.1 Stichprobe
5.4.2.2 Aufgabenmaterial
5.4.2.3 Versuchsdurchführung und experimentelles Design
5.4.3 Ergebnisse
5.4.3.1 Analyse der Lösungshäufigkeiten der Testprobleme
5.4.3.2 Problemschwierigkeit
5.4.3.3 Analyse der Lösungszeiten der Einstellungsprobleme
5.4.3.4 Lösungszeiten der Einstellungsprobleme, die unmittelbar vor und nach einem Testproblem erschienen
5.4.4 Diskussion
5.5 Fazit

6. Der Einfluss von Heuristiken und repräsentationaler Veränderung auf die Lösung von Einsichtsproblemen . . . . . 92
6.1 Die Aufgabendomäne
6.1.1 Die Problemtypen
6.1.2 Schwierigkeitsquellen
6.2 Annahmen der DCT und der RVT
6.2.1 Problemschwierigkeit
6.2.2 Die Wirksamkeit von Lösungshinweisen
6.2.3 Transfer
6.3 Methode
6.3.1 Stichprobe
6.3.2 Aufgabenmaterial
6.3.3 Versuchsdurchführung
6.3.4 Experimentelles Design
6.4 Ergebnisse
6.4.1 Analyse der Lösungsraten von Problemen mit Distanz-zum-Ziel-Variation
6.4.1.1 Lösungsraten vor und nach dem Lösungshinweis
6.4.1.2 Analyse des Transfers zwischen den beiden Problemblöcken
6.4.2 Analyse der Lösungsraten der Chunk-Dekomposition-Probleme
6.4.2.1 Lösungsraten vor und nach dem Lösungshinweis
6.4.2.2 Analyse von Transfereffekten zwischen den beiden Problemblöcken
6.5 Diskussion und Fazit
6.5.1 Problemtyp-Unterschiede bei den Zielerweiterungs-Problemen
6.5.2 Lösungshinweis-Unterschiede bei den Zielerweiterungs-Problemen
6.5.3 Transfereffekte bei den Zielerweiterungs-Problemen
6.5.4 Problemtypschwierigkeit der Chunk-Dekomposition-Typen
6.5.5 Fazit der Problemtypen-Ergebnisse
6.5.6 Heuristiken und Einsichtsprobleme
6.5.7 Experimentelle Ausblicke

7. Zusammenfassende Betrachtungen . . . . . 124
7.1 Gedächtnis und Einsicht
7.1.1 Hemisphärendominanz
7.1.2 Priming
7.1.3 Das Arbeitsgedächtnis
7.2 Implikationen für die Repräsentationale Veränderungstheorie

8. Literaturverzeichnis . . . . . 138