Die vorliegende Studie widmet sich der Gemeindeschule Dresden, der einzigen jüdischen Schule Sachsens im 19. Jahrhundert. Dieses Jahrhundert bestimmte mit Industrialisierung, Verbürgerlichung und nationaler Integration die für die Zukunft der jüdischen Kinder entscheidenden Themen. Die in diesem Kontext 1836 gegründete Elementarschule verdient besondere Beachtung, da es ihr gelang, Mitglieder der ausgegrenzten, benachteiligten und unbemittelten jüdischen Bevölkerung zu befähigen, moderne Bildung als kulturelles Kapital zu akkumulieren und erfolgreich zu verwerten. Das Kernstück der Studie bildet die Analyse des pädagogischen Konzepts und seiner Umsetzung. Es wird herausgearbeitet, dass die Bildungsarbeit der Schule auf drei Eckpunkten basierte: einem zukunftsweisenden pädagogischen Konzept, dem innerjüdischen Verbürgerlichungsstreben sowie dem von Bildungsbewusstsein getragenen Netzwerk der Akteure und Förderer der Schule. Die Darstellung der individualbiografischen Entwicklung von Absolventen und Absolventinnen illustriert die gelungene wirtschaftliche und soziale Etablierung im Bürgertum.

Heike Pitsch
Bildungsbewusstsein und sozialer Aufstieg. Die jüdische Gemeindeschule Dresden 1836-1869
ISBN 978-3-86573-947-6
216 S. 30,00 EUR. 2016 (Diss.)

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