Das ungelöste Ontologieproblem der Sozialwissenschaften, die Suche nach der Vereinbarkeit struktureller und ideographischer Analysen, welche sowohl deduktive als auch induktive Herangehensweisen sinnvoll zusammenführen könnte, ist der Ausgangspunkt der Analyse eines Konflikts der internationalen Politik, der anhand des zentralen Begriffs des nationalen Interesses und seiner jeweiligen Wahrnehmung den Umbruch in Indochina in den siebziger Jahren durchleuchtet und an dessen Ende der einzige offene Krieg zwischen kommunistischen Staaten steht.
Der Versuch der involvierten Kriegsparteien, eigene regionale ordnungspolitische Verhältnisse durchzusetzen, um hierdurch historisch gewachsene Langzeitverhältnisse der involvierten Staaten zueinander grundlegend zu verändern, scheiterte an den unterschiedlichen Fehleinschätzungen, die von einer zu optimistischen Vorstellung der Wirksamkeit der eigenen Revolution in der regionalen Nachkriegswelt ausgingen.

Patrick Raszelenberg
Strukturelle Veränderung und nationale Interessen. Der Dritte Indochinakrieg
ISBN 978-3-86573-926-1
222 S. 30,00 EUR. 2016 (Diss.)

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