(Spät-)Aussiedler/innen konstituieren eine bedeutsame Einwanderergruppe in Deutschland, die - abgesehen von einem stereotypisierenden Negativfokus auf einzelne junge Männer - bislang nur wenig Aufmerksamkeit erfährt. Vor allem Mädchen und junge Frauen mit Aussiedlungsbiographie bleiben gering beachtet, eine Beobachtung, die die vorliegende Studie motivierte.
Im Fokus der biographieanalytischen Arbeit stehen studierende Aussiedlerinnen. Fallspezifisch sowie fallübergreifend wird auf der Grundlage der Rekonstruktion ihrer Lebensgeschichten erfasst, was es den jungen Frauen ermöglicht hatte, sich auf ihren (Bildungs-)Wegen voranzuarbeiten, und mit welchen Erfahrungen in den unterschiedlichen Lebensbereichen und Handlungsräumen dies für sie verbunden gewesen war. Anhand dieses Nachvollzuges der Bildungskarrieren werden im Ergebnis Prozesse biographischen Lernens herausgestellt sowie das Möglichgewordensein und die (biographische) Bedeutung des formalen Bildungserfolges erhellt. Die vorliegende Studie vermag einen Beitrag zum Diskurs um Bildungschancen und Bildungswege von Menschen mit Migrationsbiographie zu leisten.

Mandy Ruhland
Lebensgeschichten studierender Aussiedlerinnen. Migration, Adoleszenz und Bildungserfolg im biographischen Erfahrungs- und Lernzusammenhang junger Frauen
ISBN 978-3-86573-497-6
496 S. 65,00 EUR. 2009 (Diss.)

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