Die Beurteilung der Gehaltsvereinbarung zwischen einer Gesellschaft und ihrem (beherrschenden) Gesellschafter-Geschäftsführer stellt Finanzverwaltung und Rechtsprechung seit jeher aufgrund der hohen Missbrauchsanfälligkeit vor große Probleme. Dies gilt auch für die Vereinbarung einer Nur-Tantieme, die jedoch meist mit guten Gründen als verdeckte Gewinnausschüttung einzustufen ist. Ob bzw. in welchem Maß eine derartige Einstufung allerdings auch für den Fall der Vereinbarung einer Nur-Tantieme als Teil eines Sanierungskonzeptes aufrechterhalten werden kann, ist nach dem hier untersuchten Urteil des BFH und dessen Bewertung in Vorinstanz und Literatur umstritten. Die vorliegende Arbeit greift die Einordnung anhand des entschiedenen Falles auf und untersucht diesen mit Blick auf die systematischen Vorgaben der verdeckten Gewinnausschüttung sowie die mit der Anwendung im konkreten Fall verbundene ökonomische Motivationswirkung. Darauf aufbauend wird ein einheitlicher Lösungsvorschlag entwickelt, der sowohl juristischen als auch wirtschaftlichen Anforderungen Rechnung trägt.

Carsten Schmidt
Die "Nur-Tantieme" als Sanierungsmaßnahme im System der verdeckten Gewinnausschüttung. Rechtliche und ökonomische Bewertung einer "stehen gelassenen Tantieme" im Krisenfall
ISBN 10: 3-86573-224-0
ISBN 13: 978-3-86573-224-8
116 S. 16,80 EUR. 2006

Schriften zur Rechtswissenschaft
Bd. 74

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