Medien spielen eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung von Informationen und Vorstellungen über fremde Länder und Kulturen: Sie repräsentieren einerseits gesellschaftliche Wissensbestände und bringen andererseits neue Deutungsmuster in den öffentlichen Diskurs über die fremdkulturelle Wirklichkeit ein. Ausgehend von dieser Annahme geht das vorliegende Werk anhand einer Inhaltsanalyse der Auslandsberichterstattung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung und der ZEIT der Frage nach, wie sich die deutsche Wahrnehmung Rußlands seit Beginn der Perestroika bis zum Jahr 1995 verändert hat. Dabei werden sowohl die Themen, die den öffentlichen Diskurs über Rußland bestimmen, als auch die dabei vorherrschenden steretoypen Wahrnehmungsmuster ermittelt und auf diese Weise Konstanten und Veränderungen in der deutschen Rußlandwahrnehmung seit dem Jahr 1985 aufgezeigt.

Katrin Seifert
Die Konstruktion Rußlands in der deutschen Auslandsberichterstattung 1985-1995. Studien zum Wandel der deutschen Wahrnehmung Rußlands
ISBN 10: 3-936846-23-5
ISBN 13: 978-3-936846-23-2
258 S. 25 EUR. 2003 (Diss.)


I. Einführung . . . . . 13
1. Fragestellung und Methode
2. Forschungsstand

II. Interkulturelle Wahrnehmungsprozesse und Stereotypen . . . . . 23
1. Mechanismen menschlicher Wahrnehmung
2. Interkulturelle Wahrnehmungsprozesse
2.1. Kulturbegriff und kommunikatives Gedächtnis
2.2. Zur xenologischen Grundlage der Untersuchung
2.2.1. Der Begriff der Fremdheit
2.2.2. Fremdwahrnehmung und Fremdverstehen
3. Genese, Funktion und Auswirkungen sozialer Wahrnehmungsmuster
3.1. Soziale Einstellungen
3.2. Stereotypen und Vorurteile
3.3. Auto-und Heterostereotypen
3.4. Fremdbilder/Images
3.5. Feindbilder

III. Die Rolle der Medien bei der Vermittlung fremder Kulturen . . . . . 53
1. Die Konstruktion von Fremdbildern durch die Medien
2. Nachrichtenselektion
2.1. Gatekeeper
2.2. Nachrichtenfaktoren
3. Zur Wirkung von Medien
3.1. Selektive Zuwendung
3.2. Zum Begriff der Medienwirkung
3.3. Modelle der Medienwirkung
3.4. Meinungsführer und Zweistufenfluß der Kommunikation
3.5. Agenda-Setting-Funktion
3.6. Einstellungswandel durch massenmediale Kommunikation
4. Textkorpus
5. Die hermeneutische Situation des Auslandskorrespondenten

IV. Methodik . . . . . 99

V. Die Konstruktion Rußlands in der deutschen Auslandsberichterstattung 1985-1995 . . . . . 109

1. Prolegomena: Grundzüge deutscher Rußlandwahrnehmungen bis ins 20. Jahrhundert
1.1. Genese deutscher Rußlandbilder bis zur Weimarer Republik
1.2. Das Rußlandbild im Dritten Reich
1.3. Entwicklungen in Westdeutschland bis 1985
1.4. Deutsche Rußlandwahrnehmungen seit Beginn der Perestroika
2. Die thematische Struktur der deutschen Auslandsberichterstattung über Rußland 1985-1995
2.1. Synchrone Analyse
2.1.1. 1985
2.1.2. 1990
2.1.3. 1995
2.2. Diachrone Analyse
2.2.1. Innenpolitik
2.2.2. Außen-/Sicherheitspolitik
2.2.3. Militär
2.2.4. Wirtschaft/Staatsfinanzen
2.2.5. Medien
2.2.6. Umwelt
2.2.7. Kultur
2.2.8. Parteien
2.2.9. Sowjetrepubliken/Nachfolgestaaten der Sowjetunion
2.2.10. Kriminalität
2.2.11. Alltag
2.2.12. Sonstiges
2.3. Resümee
3. Stereotype Wahrnehmungsmuster in der deutschen Auslandsberichterstattung über Rußland 1985-1995
3.1. Feindbild Sowjetunion?
3.1.1. Stilmittel
3.1.2. Inhaltliche Komponenten
3.2. Kategorien der Analyse
3.2.1. Weite des russischen Raumes
3.2.2. Trunksucht der Russen
3.2.3. Autoritätsgläubigkeit der Russen
3.2.4. Antagonismus Volk vs. Herrschende
3.2.4.1. Charakterisierung des russischen Volkes
3.2.4.2. Charakterisierung der Herrschenden
3.2.4.3. Direkte Gegenüberstellung von Volk und Herrschenden

VI. Zusammenfassung und Diskussion . . . . . 209
1. Die Konstruktion Rußlands in der deutschen Auslandsberichterstattung - Wandel oder Rückgriff auf überlieferte Deutungsmuster?
2. Verschiedene Zeitungen - verschiedene Rußlandbilder?
3. Zu Form, Inhalt und methodischer Erfassung von Stereotypen - Ergänzungen zur Stereotypentheorie

VII. Schluss . . . . . 223

VIII. Bibliographie . . . . . 227

1. Textkorpus
2. Literaturverzeichnis . . . . . 241