Schon vor dem Ende der Sowjetunion gab es in Russland und in der früheren UdSSR Formen der Kriminalität, die als organisierte Kriminalität zu bezeichnen sind. Dazu zählt auch die kriminelle Vereinigung "Diebe im Gesetz", die unter besonderen historischen, gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen entstanden ist. Nach dem Ende der Sowjetunion hat diese Organisation die Grenzen der früheren UdSSR überschritten.
Es liegen Hinweise darauf vor, dass sie auch im Strafvollzug der Bundesrepublik Deutschland anzutreffen ist und dort ein Element der Subkultur russischstämmiger Inhaftierter darstellt.
Für Personen, die sich mit der in den letzten Jahren gewachsenen Anzahl russischstämmiger bzw. -sprachiger Straftäter beschäftigen, ist es wichtig, über Kenntnisse der besonderen "sozialen" Regeln und Strukturen innerhalb dieser subkulturellen Szene zu verfügen, um Resozialisierung leisten zu können und Gewalt und Unterdrückung im Vollzug zu verhindern.
Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht diese Welt der "Diebe im Gesetz". Es erfolgt eine Aufarbeitung des russischen wie auch des englisch- und deutschsprachigen Forschungsstandes mit dem Ziel, diese spezielle Form organisierter Kriminalität für Vollzugspraktiker wie auch die Wissenschaft zugänglich zu machen. Daran schließt sich eine exemplarische ethnographische Beschreibung der Subkultur der "Diebe im Gesetz" in einer Hamburger Jugendstrafvollzugsanstalt an. Diese basiert auf teilnehmenden, verdeckten Beobachtungen, kombiniert mit Analysen von Gefangenenpersonalakten.

Moris Shalikashvili
"Diebe im Gesetz": Eine kriminelle Organisation im deutschen Jugendstrafvollzug? Die aus der ehemaligen UdSSR stammende kriminelle Organisation "Wor v Sakone" - 'Dieb im Gesetz' und ihre subkulturelle Existenz unter russischsprachigen Gefangenen in einer deutschen Jugendstrafanstalt bei Hamburg
ISBN 978-3-86573-451-8
279 S. 38,00 EUR. 2009 (Diss.)

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