Der weltanschauliche Pluralismus zeigt sich besonders in der Entwicklung politischer Ideen. Zahlreiche Theoretiker erörtern die Frage der Gerechtigkeit auf unterschiedliche Weise. Eine allgemein gültige Antwort lässt sich hierauf jedoch nur schwer finden.
Die vorliegende Arbeit vergleicht systematisch die Gerechtigkeitsauffassung von Rawls und die Diskurstheorie von Habermas. Das Buch analysiert zum einen die Begründungsmethoden und Geltungsansprüche beider Theorien, zum anderen werden die Auffassungen von Rawls und Habermas zum Verhältnis zwischen privater und öffentlicher Autonomie beschrieben. Abschließend setzt sich der Autor kritisch mit den dargestellten Theorien auseinander.

Chung-shan Shih
Gerechtigkeit bei Rawls und Habermas. Eine vergleichende Darstellung
ISBN 10: 3-86573-037-X
ISBN 13: 978-3-86573-037-4
313 S. 37 EUR. 2004 (Diss.)


1 EINLEITUNG . . . . . 15
1.1 Thema und Fragestellung
1.2 Gang der Untersuchung

2 GERECHTIGKEIT ALS GEGENSTAND EINES "FAMILIENSTREITES": DEBATTE ZWISCHEN HABERMAS UND RAWLS . . . . . 25
2.1 Habermas' Kritik an Rawls' Gerechtigkeitskonzeption
2.1.1 Das Problem des Designs des Urzustands
2.1.2 Die Rolle des übergreifenden Konsenses
2.1.3 Die Beziehung zwischen privater und öffentlicher Autonomie
2.2 Die Erwiderung auf Habermas
2.2.1 Zwei positionelle und methodische Unterschiede
2.2.2 Die Begründungsfunktion des übergreifenden Konsenses
2.2.3 Die Freiheiten der Moderne und die Freiheiten der Alten
2.2.4 Eine ergänzende Erklärung zur Freiheitsproblematik
2.2.5 Prozedurale versus substantielle Gerechtigkeit
2.3 Zusammenfassung

3 DIE GERECHTIGKEITSKONZEPTION VON RAWLS . . . . . 71
3.1 Eine Theorie der Gerechtigkeit
3.1.1 Der Entstehungshintergrund der Gerechtigkeitstheorie von 1971
3.1.1.1 Die Kritik am Utilitarismus
3.1.1.2 Das Problem des Intuitionismus
3.1.1.3 Die Renaissance vertragstheoretischer Tradition
3.1.1.4 Ziel, Gegenstand und Aufbau von "Eine Theorie der Gerechtigkeit"
3.1.2 Gerechtigkeit als Fairness als Grundlage von Rawls' Gerechtigkeitskonzeption
3.1.3 Zwei Gerechtigkeitsprinzipien
3.1.3.1 Das Gleichheitsprinzip
3.1.3.2 Das Differenzprinzip
3.1.4 Die Begründung der Gerechtigkeitsprinzipien
3.1.4.1 Das Design des Urzustands
3.1.4.2 Die Wahl der Gerechtigkeitskonzeption und ihre formalen Bedingungen
3.1.4.3 Der Schleier des Nichtwissens
3.1.4.4 Vernunft und die Wahl der Gerechtigkeitsprinzipien
3.1.4.5 Die Erklärung der Wahl der beiden Gerechtigkeitsprinzipien
3.1.5 Die Anwendung der Gerechtigkeitsprinzipien
3.1.5.1 Die Vier-Stufen-Gang-Theorie
3.1.5.2 Das politisch-rechtliche System nach dem Gleichheitsprinzip
3.1.5.3 Das wirtschaftliche System nach dem Differenzprinzip
3.1.5.3.1 Gerechte wirtschaftliche Institutionen
3.1.5.3.2 Das Problem der Generationsgerechtigkeit
3.1.5.4 Die Pflicht der Bürger zur Erhaltung der Gerechtigkeitsprinzipien
3.1.5.5 Der zivile Ungehorsam und die Verweigerung aus Gewissensgründen
3.2 Von der Vertragstheorie zum Kantischen Konstruktivismus
3.2.1 Kantischer Konstruktivismus in der Gerechtigkeit als Fairness
3.2.2 Die wohlgeordnete Gesellschaft
3.2.3 Die moralische Person
3.2.4 Der Urzustand
3.2.5 Was ist neu in "Kantischer Konstruktivismus in der Moraltheorie?"
3.3 Politischer Liberalismus
3.3.1 Die Grundposition von "Politischer Liberalismus"
3.3.2 Die Hauptideen des Politischen Liberalismus
3.3.2.1 Der Gedanke des übergreifenden Konsenses
3.3.2.2 Der Vorrang des Rechten und die Ideen des Guten
3.3.2.3 Die Idee des öffentlichen Vernunftgebrauchs
3.3.3 Die Institutionen des politischen Liberalismus
3.3.3.1 Die Grundstruktur als Gegenstand
3.3.3.2 Die Institutionen nach den Gerechtigkeitsgrundsätzen
3.4 Die Gerechtigkeitskonzeption im Kontext des Völkerrechts
3.5 Zusammenfassung

4 DIE GERECHTIGKEITSKONZEPTION VON HABERMAS . . . . . 173
4.1 Diskursethik als Grundlage der Gerechtigkeitskonzeption von Habermas
4.1.1 Auf dem Weg zur Diskursethik
4.1.1.1 Die Modifikation ethischer Tradition von Kant
4.1.1.1.1 Die Gemeinsamkeiten zwischen Kantischer Ethik und der Diskursethik von Habermas
4.1.1.1.2 Die Unterschiede zwischen Kantischer Ethik und der Diskursethik von Habermas
4.1.1.2 Die Reflexion anderer ethischer Ansätze
4.1.1.2.1 Die Phänomenologie des Moralischen von Strawson
4.1.1.2.2 Kognitive Ansätze der Ethik
4.1.2 Die Aufstellung des Universalisierungsgrundsatzes und seine Rolle in der Diskursethik von Habermas
4.1.2.1 Kommunikationstheoretischer Bezug der Diskursethik - die Geltungsansprüche im kommunikativen Handeln
4.1.2.2 Der Universalisierungsgrundsatz und seine Rolle in der Diskursethik
4.1.2.3 Antwort auf Tugendhat
4.1.3 Diskursethik und ihre transzendentalpragmatische Begründung
4.1.3.1 Die Notwendigkeit und die Möglichkeit der Begründung eines allgemeingültigen Moralprinzips
4.1.3.2 Die transzendentalpragmatische Begründung des Universalisierungsgrundsatzes (U) und der diskursethische Grundsatz (D)
4.1.4 Zusammenfassung
4.2 Die Gerechtigkeitskonzeption von Habermas
4.2.1 Gerechtigkeit als Produkt der Idee einer idealen Sprechsituation
4.2.2 Gerechtigkeit als eine allgemeingültige und kognitive Konzeption
4.2.3 Gerechtigkeit als eine formalistische und prozedurale Konzeption
4.3 Die Anwendung der Gerechtigkeitskonzeption
4.3.1 Die Notwendigkeit der Gerechtigkeit
4.3.1.1 Lebenswelt und System
4.3.1.2 Die Entkoppelung von Lebenswelt und System
4.3.1.3 Das Recht als Mediator zwischen Lebenswelt und System
4.3.2 Die diskurstheoretische Rekonstruktion des Systems der Rechte
4.3.2.1 Das Konkurrenzverhältnis zwischen Menschenrechten und Demokratie
4.3.2.2 Der Zusammenhang zwischen Moral und Recht
4.3.2.3 Die diskurstheoretische Begründung des Systems der Rechte
4.3.3 Deliberative Politik - eine prozedurale Konzeption der Demokratie
4.3.3.1 Die Demokratietheorie von Habermas im Licht der klassischen und der gegenwärtigen Demokratietheorie
4.3.3.2 Das Diskursprinzip als Begründungsgrundlage einer diskurstheoretischen Demokratietheorie
4.3.3.3 Die deliberative Demokratietheorie
4.3.3.3.1 Begriff, Fragestellung und Grundposition der deliberativen Demokratietheorie
4.3.3.3.2 Zweigleisige deliberative Politik
4.3.3.3.3 Zur Rolle der politischen Öffentlichkeit und der Zivilgesellschaft im Kontext deliberativer Politik
4.3.3.3.4 Drei Machtbegriffe im Kontext deliberativer Politik
4.4 Zusammenfassung

5 ABSCHLIESSENDE DISKUSSION . . . . . 275
5.1 Die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten zwischen den Gerechtigkeitskonzeptionen von Rawls und Habermas
5.1.1 Die Unterschiede
5.1.2 Die Gemeinsamkeiten
5.2 Kritik an der Gerechtigkeitskonzeption von Rawls
5.2.1 Zur Begründungsmethode der Gerechtigkeitskonzeption
5.2.2 Zum Geltungsbereich der Gerechtigkeitskonzeption
5.2.3 Zum Verhältnis zwischen privater und öffentlicher Autonomie
5.3 Kritik an der Gerechtigkeitskonzeption von Habermas
5.3.1 Zum Begründungsproblem der Gerechtigkeitskonzeption
5.3.2 Zur prozeduralen Eigenschaft der Gerechtigkeitskonzeption
5.3.3 Das Anwendungsproblem der Gerechtigkeitskonzeption und das Verhältnis zwischen privater und öffentlicher Autonomie

6 LITERATURVERZEICHNIS . . . . . 303