Die Kölner Bevölkerung hatte sich - entgegen der Beteuerung ihres Oberbürgermeisters nach dem Krieg - dem Nationalsozialismus gegenüber doch nicht als immun erwiesen. In den ersten Jahren der Herrschaft des Dritten Reiches stellten sich die Kölner Jugendlichen - wie auch anderswo - gerne in dessen Dienst. Die im Buch befragten ZeitzeugInnen zeigen sich noch heute begeistert von ihren Aktivitäten in der Hitlerjugend: Fahrten, Sport, Singen, Basteln und Werken. Das alles war populär, wurde als unpolitisch und faszinierend empfunden. Die weitaus überwiegende Zahl der Zehn- bis Achtzehnjährigen hatte nicht durchschaut, in welchem Umfang sie Teil einer nationalsozialistischen Diktatur wurde, und inwieweit sie sich in Schuld verstricken ließ.
Der Autor ist Historiker und wurde im Jahre 2007 mit einer Autobiografie über den Kölner Eberhard von Groote von der Universität zu Köln promoviert.

Willi Spiertz
Die Hitlerjugend in Köln. Anspruch und Aufgabe. Alltägliches und Außergewöhnliches in der Erinnerung von ZeitzeugInnen
ISBN 978-3-86573-611-6
300 S. 42,00 EUR. 2011

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