Es befinden sich jährlich ca. 7.000 Gefangene im deutschen Jugendstrafvollzug. Es dauerte jedoch über 60 Jahre, bis die BRD bzw. deren Bundesländer im Jahr 2008 eine jugendspezifische gesetzliche Grundlage für diesen Regelungsbereich erhielten.
Erst das Urteil des BVerfG vom 31.05.2006, das die bisherige Rechtslage als verfassungswidrig erklärte, setzte die politisch Verantwortlichen unter Zugzwang, sich mit dieser Materie im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens zu beschäftigen. Durch die so genannte Föderalismusreform im Jahre 2007 wurde die Gesetzgebungskompetenz für den (Jugend-)Strafvollzug vom Bund auf die Länder übertragen.
Die Arbeit bietet Anregungen und Ideen zur Schaffung bzw. Novellierung einer gesetzlichen Grundlage für den Jugendstrafvollzug anhand von Referentenentwürfen. Des Weiteren werden bisher nicht genutzte Möglichkeiten der Haftvermeidung und Haftvollstreckung aufgezeigt und Vorschläge zu gesetzlichen Änderungen unterbreitet.

Stefan Tierel
Vergleichende Studie zur Normierung des Jugendstrafvollzugs
ISBN 978-3-86573-335-1
381 S. 48,00 EUR. 2008 (Diss.)

Schriften zur Rechtswissenschaft
Bd. 90

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