Hans Kelsens Rechtslehre gilt als die anspruchsvollste Theorie des Rechtspositivismus. Der Schlüssel zum Verständnis Kelsens liegt im methodischen Grundprinzip, von dem ausgehend er seine Rechtstheorie entwickelt. Dieses Prinzip, das Reinheitspostulat, ist so zentral, daß es sich im Namen der Theorie, der Reinen Rechtslehre, widerspiegelt. Ausgehend vom erkenntnistheoretischen Hintergrund des Neukantianismus wird die Entfaltung der Reinen Rechtslehre vom Reinheitspostulat bis zur Grundnorm als logischer Konsequenz desselben nachvollzogen und einer kritischen Wertung unterzogen.

Stefan Uecker
Vom Reinheitspostulat zur Grundnorm. Logik und Methode der Reinen Rechtslehre Hans Kelsens
ISBN 978-3-86573-246-0
125 S. 19,80 EUR. 2006

Inhaltsverzeichnis (PDF)

I. EINLEITUNG ..... 15

II. KURZBIOGRAPHIE HANS KELSENS ..... 17

III. SKIZZE DER ENTWICKLUNG DER REINEN RECHTSLEHRE IN DEN WERKEN KELSENS ..... 19

IV. DAS REINHEITSPOSTULAT ..... 21

V. DIE GRUNDLAGEN DES REINHEITSPOSTULATS ..... 23

A. DIE BEDEUTUNG DER METHODE – DIE KONSTITUIERUNG DES GEGENSTANDES DURCH DIE METHODE
B. DIE TRENNUNG VON SEIN UND SOLLEN
C. DIE ERKENNTNISMETHODE DER REINEN RECHTSLEHRE

VI. DIE UMSETZUNG DES REINHEITSPOSTULATES IN DER REINEN RECHTSLEHRE ..... 31
A. ETABLIERUNG DER RECHTSWISSENSCHAFT ALS EIGENSTÄNDIGE DISZIPLIN
1. Der Anschluß an die Naturwissenschaften
2. Die Abgrenzung von den Kausalwissenschaften
a) Die Abgrenzung von den Naturwissenschaften
(1) Kausalität und Zurechnung
(2) Kelsens Normbegriff
(a) Die Norm als Sollsatz
(b) Die Norm als Deutungsschema
(c) Die Norm als objektives Sollen
b) Die Abgrenzung von den Sozialwissenschaften
(1) Die (Rechts-)Soziologie als neue Wissenschaft
(2) Die Auseinandersetzung mit Eugen Ehrlich
(3) Die Kritik an Max Webers verstehender Soziologie
(4) Der Übergriff des Normativen auf die Soziologie: Die Identität von Staat und Recht
3. Die Abgrenzung von den Moralwissenschaften
a) Ungeeignete Differenzierungskriterien
b) Die Charakteristika des Rechts
(1) Die indirekte Verhaltenslenkung
(2) Der Zwangscharakter
(a) Die Sanktion als Voraussetzung für das Vorliegen einer Rechtsnorm
(b) Sanktionen in anderen Sollensordnungen
(c) Der Zwangsakt als Sanktionsform des Rechts
(d) Die Vermeidung sanktionsloser Rechtsnormen
(i) Die Ausweitung des Sanktionsbegriffes
(ii) Unselbständige Rechtsnormen
B. DIE ABWEHR DER IDEOLOGIE IM RECHT
1. Der Objektbereich der Reinen Rechtslehre: Das positive Recht
a) Die Entwicklung des Rechtspositivismus
(1) Der philosophische Positivismus
(2) Die Genese des Rechtspositivismus
b) Der Rechtspositivismus in der Reinen Rechtslehre
(1) Positives Recht, Moral und Wertrelativismus
(a) Das Verhältnis von Recht und Moral
(b) Die Unmöglichkeit absoluter Werte
(2) Die Trennung von Recht und Gerechtigkeit
(3) Positives Recht und Naturrecht
2. Das Naturrecht als Ideologie - Positivismus als Ideologiekritik
3. Die Konsequenzen für die Rechtswissenschaft
a) Rechtslehre und Rechtspolitik
b) Die Grenzen der Interpretation
(1) Der Stufenbau der Rechtsordnung
(2) Das Interpretationsproblem

VII. KONSEQUENZ DES REINHEITSPOSTULATES - DIE GRUNDNORM ..... 89

VIII. DURCHBRECHUNG DER REINHEIT? - GELTUNG UND WIRKSAMKEIT ..... 95

A. DIE WIRKSAMKEIT ALS BEDINGUNG DER GELTUNG
B. DAS PROBLEM DER DESUETUDO
C. DIE WIRKSAMKEITSBEDINGUNG ALS SYSTEMBRUCH?

IX. DAS REINHEITSPOSTULAT - EIN ZWEIFELHAFTES PROGRAMM ..... 105

X. ZUSAMMENFASSUNG ..... 111

LITERATURVERZEICHNIS ..... 113