Während des Zweiten Weltkriegs kämpften ca. 6000 dänische Staatsangehörige in den Reihen der Waffen-SS. Alle hatten sich freiwillig und viele aus ideologischer Überzeugung gemeldet. Die Freiwilligen rekrutierten sich hauptsächlich aus zwei Lagern: Der dänischen Nazi-Partei und der deutschen Minderheit in Süddänemark. In der nationalsozialistischen Ideologie galten die dänischen Freiwilligen als "Germanen" und Himmler maß ihnen aus diesem Grund besondere Bedeutung bei. Er wollte durch sie auch die Bevölkerung für seine Vision eines "großgermanischen Reichs" gewinnen.
Dieses Buch schildert das Engagement der Waffen-SS in Dänemark 1940-1945: Die "germanische" Politik der SS, die Zusammenarbeit mit den dänischen Nationalsozialisten, die Aufstellung des SS-Freikorps "Danmark", die Haltung der dänischen Regierung und Bevölkerung sowie die Konflikte, die zwischen der SS und den dänischen Kollaborationspartnern auftraten.

Steffen Werther
Dänische Freiwillige in der Waffen-SS
ISBN 10: 3-86573-036-1
ISBN 13: 978-3-86573-036-7
178 S. 22 EUR. 2004


Einleitung

I. Teil: Die Rahmenbedingungen . . . . . 15
1. Dänemark in den dreißiger Jahren
1.1. Außenpolitik
1.2. Innenpolitik
1.3. Antiparlamentarismus, Faschismus und Antikommunismus
2. Die deutsche Minderheit in Nordschleswig 1920-1939
3. Die Besetzung Dänemarks - "Operation Weserübung Süd"
4. Die Besatzungszeit
4.1. Das "Musterprotektorat" - 1940-1942
4.2. Die "Zweite Okkupation" - 1943-1945
4.3. Verhandlungspolitik oder Kollaboration?
5. Der "Germanische Gedanke": Ideologische Motive für die Besetzung Dänemarks
6. Die Waffen-SS
6.1. Entwicklung bis 1940 - Aufbau eines Eliteheers
6.2. Entwicklung nach 1940 - Expansion der Waffen-SS
6.3. Auslese und Ausbildung
6.4. Die Waffen-SS als pangermanische Armee?

II. Teil: Die dänischen Freiwilligen: Anwerbung - Konfliktpotentiale - Einsatz . . . . . 49
7. Aufstellung der SS-Standarte "Nordland" - Werbung der ersten dänischen Freiwilligen
7.1. Ausbildung in Klagenfurt
7.2. Einrichtung eines Werbekontors in Kopenhagen
7.3. Die ersten dänischen Offiziere
7.4. Frederik von Schalburg
7.5. Die letzte Werbekampagne vor dem Krieg gegen die Sowjetunion
8. Zusammenfassung der "germanischen" Freiwilligen in der SS-Division "Wiking"
8.1. "Pangermanische" Differenzen
8.2. Letzte Vorbereitungen auf den Krieg
8.3. Die Division "Wiking" an der Front
9. Das Freikorps "Danmark" (1941-1943): Freiwillige für den "Kreuzzug gegen den Bolschewismus"
9.1. Die ersten Reaktionen der dänischen Regierung
9.2. Freiwillige für Finnland?
9.3. Aufstellung des Freikorps "Danmark"
9.4. Das Freikorps in Hamburg
9.5. Verlegung nach Polen
9.6. Kryssings Absetzung
9.7. Das Freikorps unter Schalburg
9.8. An der Front
9.9. Der letzte Einsatz des Freikorps
10. Dänemark, die DNSAP und das Freikorps
10.1. Die Werbekampagne im April 1942 und der Auftritt Schalburgs in Kopenhagen
10.2. Die Gedächtnisfeier für Schalburg
10.3. Der Urlaub des Freikorps in Dänemark
10.4. Der Niedergang der DNSAP
11. Die SS und die nationalen Legionen - Aufstellung des III. ("germanischen") Panzerkorps
12. Das Regiment "Danmark" (1943-1945)
12.1. Auf dem Balkan
12.2. An der Ostfront
12.3. In Deutschland
13. Die deutsche Minderheit und die Waffen-SS
13.1. SS-Werbung in Nordschleswig vor der Besatzung
13.2. Die erste Kampagne nach dem 9. April
13.3. Die Krise zwischen Parteiführung und SS im Herbst 1940
13.4. Ermahnungen in Berlin
13.5. Werbekampagne im Winter/Frühjahr 1941
13.6. Die "Schleswigsche Kameradschaft" als neuer Träger der Werbung
13.7. Die große Kampagne im Winter/Frühjahr 1942
13.7.1. Möller unter Druck
13.7.2. Freiwilligkeit oder Pflicht?
13.7.3. Nachmusterung
13.8. Konflikte: Die Probleme der Freiwilligen, die Affäre Paysen, DNSAP vs. NSDAP-N und Nordschleswiger im Freikorps "Danmark"
13.9. Der Zeitfreiwilligendienst
13.10. Die "ausgeschöpfte" Volksgruppe - Werbung 1943-1944
13.11. 1945 - Die gescheiterte "Thorius-Aktion"
14. Kriegsverbrechen und Holocaust
14.1. Konzentrationslager
14.2. Exekutionen von Zivilisten und Kriegsgefangenen
14.2.1. Die SS-Brigade "Dirlewanger"
14.2.2. Die 1. SS-Infanterie-Brigade
14.2.3. Die Division "Wiking"
14.2.4. Das Freikorps "Danmark"
14.2.5. Das Regiment "Danmark"
14.3. Die Deportation der jüdischen Dänen
14.4. Das Schalburgkorps

III. Teil: Soziale und juristische Beurteilung der Freiwilligen nach 1945 . . . . . 151
15. Wer waren die Freiwilligen? Herkunft und Motive
16. Kriegsende und "Retsopgøret"
16.1. Kriegsgefangenschaft
16.2. Kapitulation in Dänemark
16.3. Das umstrittene Gesetz
16.4. Eine Sonderrolle für die deutsche Minderheit?
17. Ausblick: Die aktuelle Diskussion um die Strafverfolgung mutmaßlicher dänischer Kriegsverbrecher

Literatur- und Quellenverzeichnis . . . . . 167