AIDS ist ein drängendes globales Problem: Etwa 34 Millionen Menschen weltweit sind HIV-positiv, rund eine Million lebt in Äthiopien und dort überwiegend in den Städten. In diesem urbanen Raum befindet sich die Gesellschaft, u.a. beeinflusst durch Demokratisierungs- und Globalisierungsprozesse, in einem besonders starken Umbruch. Ein wichtiger Einflussfaktor ist zudem der Kampf gegen AIDS: Kommunikationsnormen und -strukturen brechen auf, die Wahrnehmung von Risiko, von Krankheit und Gesundheit verändert sich, ebenso die Ausprägung sozialer Sicherungssysteme. Das Zusammenwirken dieser Faktoren führt dazu, dass den Akteuren für (Risiko-)Situationen neben althergebrachten auch modifizierte und neue Deutungsmuster und Handlungsstrategien zur Verfügung stehen. Die Potenzierung ihrer Handlungsmöglichkeiten geht einher mit intensiven, konfliktbehafteten gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen. In einer empirischen Studie untersucht Till Winkelmann diese Interdependenzen am Beispiel von Addis Abeba in Äthiopien. Um das Gesundheitshandeln von Akteuren unter Risikobedingungen interpretieren zu können, erweitert er das Livelihood-Modell um gesundheitspsychologische Ansätze.

Till Winkelmann
Risikowahrnehmung, -interpretation und -handeln im Kontext von HIV/AIDS und gesellschaftlicher Transformation. Untersuchungen im urbanen Raum von Addis Abeba, Äthiopien
ISBN 978-3-86573-757-1
526 S. 64,00 EUR. 2013

Entwicklungsforschung. Beiträge zu interdisziplinären Studien in Ländern des Südens
Herausgeber: Andreas Dittmann, Wolfgang Gieler, Alfredo Pinto Escoval
Band 13

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